Ah, so war das Gefühl also, nach einem langen Interkontinentalflug und stundenlangem Anstehen an irgendwelchen Flughäfen. Aber es hat alles prima geklappt, am Sydneyairport kam (nach langem Warten versteht sich) mein Gepäck an, ich durfte das Land betreten und habe mein Visum in den Pass geklebt bekommen. Die Fahrt zum Hostel ging auch ohne Probleme und schließlich habe ich mein Zimmer bezogen und das kostenlose W-Lan aktiviert. Ferner habe ich mir auch schon Cornflakes fürs Frühstück gekauft und 5 Min. Nudeln für eigentlich jetzt. Doch mangels Löffel, Schale und funktionierendem Wasserkocher geh ich lieber dem Müdigkeitsgefühl nach, als dem Hungergefühl.

Noch einmal Danke an alle, die mich zur Mitnahme einer Jacke (und des warmen Schlafanzuges) überredet haben: Es ist scheisse kalt hier! Selbst ich lauf bei 7 Grad nicht mehr nur im Pullover rum. Tagsüber solls aber wärmer sein.

Es ist hier jetzt 22.15 Uhr und ich finde, das ist eine prima Zeit für mindestens 10 Stunden Schlaf, um damit dann auch dem Jetlag ein Schnippchen zu schlagen. Also, morgen gehts dann erstmal der Stadt „Hallo“ sagen.

Bye bye

Ja, da bin ich nun. Die erste, leider sehr kleine, Etappe ist geschafft. Irgendwie fuehl ich mich schon, als waere ich tagelang unterwegs.. Aber das Gefuehl wird einem irgendwie schon vermittelt, wenn man schon ca 2km in irgendwelche Schlangen vor Security Checks gestanden hat oder sonstwie nicht vorankommt. Ich glaub, wenn ich die Wahl zwischen Heathrow und Luebeck (der kleine Ryanairflughafen) haette, wuerd ich lieber guenstig und schnell fliegen..

Wie auch immer. Eigentlich noch recht fit, etwas hungrig, aber immerhin im Internet war ich schon mal. Ist doch schon mal was. In 2 std 15 min gehts dann auf den langen Flug. Huch.. so bald schon?? Muss doch noch irgendwo was zu essen herbekommen.

Also, ich meld mich..
byebye

Nun ging es ja doch ganz schnell. Seit Samstag bin ich im Süden Deutschland unterwegs und besuche meine Verwandten und Freunde um mich zu verabschieden. Das ist jetzt fast alles geschafft und morgen früh gehts um halb 5 los zum Flughafen (sofern ich die Reisetasche zu kriege…). Sobald ich angekommen bin werde ich genauer berichten. Versprochen.

Jetzt erst einmal ein Dankeschön an alle die mir viel Glück gewünscht haben und die ich wohl erst wieder in einem Jahr wiedersehe. Ich wünsche auch euch ein schönes Jahr!

Ich melde mich aus Australien.

PS: Ich hoffe ich hole dann auch ein paar Blog Einträge nach…

PPS: Abi hab ich nun mit 2,6 bestanden !!

Ich stehe vor der Haustür und gucke in den Regen. In mir ein tief zufriedenes Gefühl. Nach drei Jahren auf dem Abendgymnasium habe ich heute die endgültige Bestätigung bekommen: Ich habe das Abi bestanden!! Die momentan erreichte Abinote von 2,8 ist zwar jetzt nicht soo berauschend (immerhin wird sie wohl noch durch die mündliche Prüfung in Erdkunde auf 2,6 aufgewertet) aber es ist Abi!! ABI!! Endlich bin ich auch da angekommen, wo viele meiner ehemaligen Klassenkameraden schon längst sind, die nicht wie ich einen kleinen Umweg nahmen. Aber ich bereue nichts! Und nun stehe ich nach ein paar freudigen Telefonaten vor der Haustür und höre den Regen niederprasseln. Der Laptop spielt Musik und ich bin einfach zufrieden. Keine Schule mehr, bis auf die mündliche Prüfung, keine größeren Ereignisse, die organisiert werden müssen, nur noch der Abflug nach Australien… heute in 3 Wochen!

„It’s the last time, that we’ll have together“ tönt es aus dem Lautsprecher und ich denke darüber nach, dass ich viele Freunde, wenn ich sie die nächsten zwei Wochen denn noch mal treffe, das letzte Mal für lange Zeit nicht mehr sehen werde. Aber wozu gibt es eMail, ICQ und SMS? Genau!

Der Regen hat mittlerweile aufgehört und ich habe mich nach langem Durchforsten der iTunes Bibliothek für ein Album entschieden… Australische Band natürlich … und ich werde mich wieder meiner neuesten Entdeckung widmen. „Ein Jahr in Australien“, eine Reise durch den Alltag von „Julica Jungehülsing“. Wie zur Hölle konnte mir das in den letzten Monaten durch die Lappen gehen bei meinen Streifzügen durch die Reisebuchabteilungen Flensburgs Büchereien?? In der Schule werde ich.. äh, wurde ich immer von Anna aufgezogen, wieviele Bücher ich noch lesen will und ob ich überhaupt noch Platz zu hause hätte. Ja, habe ich! Es ist leider nicht so dick, deutsch und sehr unterhaltsam geschrieben. Das werde ich schnell durchhaben, aber es ist super. Bisher sucht und findet Julica in Sydney eine Wohnung, ausgerechnet Bondi Beach, und erzählt alles Belanglose was dabei so passiert. Und das ist so ziemlich genau das, was ich gerade lesen will, gell?

Widme ich mich also nun wieder dem Buch, freue mich auf London am Dienstag und nehme mir fest vor, viel für Erdkunde zu tun, damit ich 12 Punkte in der Prüfung schaffe und 2,5 am Ende raus hab. Doch versprechen kann ich nichts!

Wie bitte? 28 Tage?? Wo ist denn bitteschön die Zeit geblieben. Als ich das letzte mal guckte waren es noch über 100 Tage. OK, das stimmt nicht ganz.. schließlich erzähle ich jeden Tag meinen Mitmenschen wie wenig Tage es nur noch sind bis die große Reise endlich losgeht. Aber ein bisschen erschreckend ist die Sache schon, wenn man sich diese 28 Tage mal klar macht: Heute in 4 Wochen Abflug. Morgen in 3 Wochen verlasse ich schon Flensburg. Dienstag/Mittwoch in 2 Wochen ist die mündliche Abiprüfung und Freitag in 2 Wochen kriegen wir das Abizeugnis auch schon. Tja, und so schnell wie die Tage zur Zeit vergehen (ein Tag besteht ja quasi nur aus Aufstehen, irgendwas machen und ins Bett gehen) wird es wohl wirklich nicht mehr lang dauern.

Und Dienstag in einer Woche (um in den schön überschaubaren Zeitangaben zu bleiben) geht’s ja auch schon wieder nach London, für einen Tag (mehr dazu später im Blog).

Aber widmen wir uns doch voerst einmal Australien. Solch wichtige und interessante Fragen wie „Was machst du dann da ein Jahr?“, „Wieso Australien?“ und „Bist du schon aufgeregt?“ müssen schließlich geklärt werden.

Wieso? Australien hat mich schon immer fasziniert. Es ist weit weg, es bietet großartige und einmalige Landschaften und es ist einfach ein großes Abenteuer, welches sich prima zwischen Schule und Studium schieben lässt. Doch wieso ist das ganze möglich?

Seit dem Jahr 2000 gibt es zwischen Deutschland und Australien ein Abkommen, dass es jungen Einwohnern des Landes (18-30 Jahre) ermöglicht, das jeweils andere Land für ein Jahr zu besuchen, mit dem Highlight der Arbeitserlaubnis. Man hat eben nicht nur ein Visum für den Urlaub, sondern kann sich Jobs suchen, mit denen man das Jahr Down Under finanzieren kann. Was für Jobs? Theoretisch ist alles möglich. Als ausgebildete Krankenschwester kann man im Krankenhaus anfangen, als ungelernter Abiturient sämtliche Hilfsjobs annehmen oder kellnern. Die einzige Bedingung: Man darf maximal 6 Monate bei ein und demselben Arbeitgeber bleiben. Typische Backpacker Jobs in Australien sind aber Erntearbeiten. Früchte aufsammeln, pflücken, sortieren.

Bei mir begann es im Februar, als mir meine ehemalige Mitbewohnerin den Tipp gab, einfach noch ein Jahr im Ausland zu verbringen, bevor es ans Studium geht. Und nach ein paar Tagen stillen Überlegens war der Entschluss auf einmal gefasst und dann ging es auch relativ schnell. Als erstes wurde online das Visum beantragt und ein paar Tage später hieß es dann „applicant approved“. Der Flug war sehr schnell gebucht und von nun an wurde Reiseführer um Reiseführer verschlungen.

Am 13. Juli also geht es los. Von Frankfurt geht morgens um 7.25 Uhr der Flug nach London Heathrow und von dort dann 12.15 Uhr Ortszeit auf einem 22 Stunden Flug nach Sydney. In Singapur wird für knapp 2 Stunden zum Tanken halt gemacht, aber sonst werd ich mir die Zeit auf meinem kleinen Sitz in der Boeing 747-400 vertreiben müssen. (Dank ausgereiftem Entertainment Programm, mit über 60 Filmen wie es heißt, in dem Bildschirm in dem Sitz vor mir bestimmt kein Problem.. und sonst gibt es ja noch mehr Reiseführer.) Samstag, den 14. Juli um 18:50 Uhr Ortszeit lande ich dann in Australien.

Aufgeregt? Iwo… Aber fragt mich mal in 3 Wochen…

Na? Hunger auf Chicken McNuggets? Ich wüßte da einen Film, der dem vielleicht ein Ende bereitet. Nur ein Beispiel aus dem Film WE FEED THE WORLD von Erwin Wagenhofer: Das Hähnchenfleisch, welches wir günstig bei jedem Discounter um die Ecke kaufen können, stammt von Tieren die ein durchschnittliches Lebensalter von acht Wochen erreichen. Sie befreien sich von ihrer Schale, zusammen mit hunderten von Artgenossen in einem Korb, der auf viele andere Körbe gestapelt in einem Brutofen steht. Nach dem Schlüpfen geht es über Fließbänder, die nicht gerade zärtlich mit den Tierchen umgehen, in eine riesige Halle, wo sie die nächsten zwei Monate essen und trinken, bis sie eines nachts alle wieder in Körbe und zum Schlachthof kommen. Mit möglichst wenig Arbeitsaufwand seiten des Menschen werden sie getötet, geköpft, gefedert und ihr Fleisch verkaufsfertig verpackt. In ihrem Leben von nur acht Wochen haben sie weder ihre Mutter kennengelernt, Tageslicht gesehen oder sich sonst auch nur irgendwie arttypisch entwickeln können. Haben diese Lebewesen die nur auf die Welt kommen um kurz darauf wieder geschlachtet zu werden überhaupt noch die Bezeichnung „Tier“ verdient? Dies ist eine der Fragen, die der Film stellt.

Weitere, höchst interessante und nicht weniger erschreckende, Themen im Film sind die Industrialisierung der Landwirtschaft, wie Großkonzerne das Schicksal Millionen von Bauern bestimmen und wie durch die EU in den nächsten Jahren der Fischfang verändert wird.
Homepage zum Film: http://www.we-feed-the-world.at

Roo

… auch dieser Blog! Nach längerem Überlegen ob so ein Blog denn Sinn macht, schließlich ist es nur einer von vielen in der so großen weiten Welt der Blogs, hab ich mich doch dazu durchgerungen einen zu starten… und wenn er auch nur dazu dient etwas Neid zu verbeiten ;-)! Na gut, das wäre etwas sehr egoistisch, also seht die Einträge hier vielleicht als Anregung auch mal eine so aufregende Lebenserfahrung im Ausland zu machen.

Bevor’s losgeht wird einfach über die Vorbereitungen, die Planungen, die Wunsch-Reiseziele und über alles das berichtet, was man als 22jähriger Abiturient an der Abendschule, im Nebenjob und sonst so erlebt.

Viel Spaß!