Gestern Abend habe ich vorm Einschlafen noch ein Podcast gehört und habe zufällig eine tolle Reportage über die Maori hier in Neuseeland gefunden, die ich wirklich nur empfehlen kann. Viel Spaß beim Hören!

http://www.br.de/radio/bayern2/programmkalender/sendung406756.html (Auf „Podcast zur Sendung“ klicken und dann bis zum 29.9. runterscrollen. Dort dann auf den Knopf mit dem Pfeil nach unten klicken und schon lädt die MP3 Datei. Unten ist auch der direkte Link.

Zitat aus dem Inhalt:

„Wir Maori brauchen andere Führer, wir brauchen Ausbildung und Arbeitsethik, und wir brauchen den Wunsch nach Wisssen“, formuliert der Maori-Autor Alan Duff. Seine Einschätzung wird der bekannte neuseeländische Schriftsteller auch auf der Frankfurter Buchmesse formulieren, deren Ehrengast in diesem Jahr seine Heimat ist. In Neuseeland hat Alan Duff ein Projekt gegründet, das finanzschwache Maori mit anspruchsvollem Lesestoff versorgt. Auch andere Maori wie der Pädagoge und Politiker Pita Sharples bemühen sich, die Situation ihres Volkes zu verbessern. Sharples versucht vor allem, der hohen Kriminalitätsrate und dem Alkohol- und Drogenmissbrauch der Maori entgegenzuwirken. Außerdem hat er ein Netz von Schulen für indigene Jugendliche auf den Weg gebracht. Hier werden die Kinder auf traditionelle Weise erzogen und behutsam mit den Werten der Maori-Kultur vertraut gemacht. Eine Reportage von Margarete Blümel.

Hier ist der direkte Download-Link zum Podcast: Bayern 2 – Breitengrad – Maori in Neuseeland

Neuseeland huldigt in Zukunft der Herr der Ringe – Saga und den neuen „Hobbit“-Filmen mit extra geprägten Münzen .. nicht schlecht.

Allerdings….

Mittelerde – ein teures Pflaster

Laut Prägung sind die Münzen sowohl in Neuseeland wie auch in Mittelerde gültig, dafür aber auch deutlich teurer im Umtausch: Auf den Nennwert wird je nach Material ein satter Aufschlag genommen. So kostet die Zehn-Dollar-Mittelerdemünze mit Bilbo Baggins in Gold – Nennwert: zehn NZ-Dollar, etwa 6,40 Euro – satte 2350 Euro. Will man noch die Gandalf- und Oakenshield-Prägungen dazu haben, so muss man das finanzielle Äquivalent eines gebrauchten Mittelklassewagens oder eines einigermaßen erhaltenen Warg-Reitwolfs hinlegen, bekommt dafür aber auch eine hübsche Holzschatulle als Zugabe.

Hier geht’s zum Original-Artikel von tagesschau.de:

Tausche zehn Bilbos gegen einen Gandalf

Nachdem wir jetzt 2 Wochen in Auckland verbracht haben, sind wir gestern Richtung Süd-Osten weitergefahren.
Pünktlich zum Checkout aus dem Hostel, kam auch die Post mit den Steuernummern. Wir sind also jetzt endgültig berechtigt hier auch zu arbeiten. Ganz planlos sind wir natürlich nicht aufgebrochen. Die Jobforen haben uns den Weg in die Bay of Plenty gewiesen. Eine Gegend die bekannt für den Kiwi Anbau ist und da es hier jetzt wärmer wird (bzw. wärmer werden sollte) fangen die ganzen Orchards an die Pflanzen zu präparieren. Der erste Schwung seasonal workers wird also benötigt.

Einquartiert haben wir uns in einem Hostel, dem Hairy Berry Packpackers, dass auf arbeitssuchende Backpacker spezialisiert ist und nebenbei auch eine Jobvermittlung mit den umliegenden Arbeitgebern pflegt. Das Hostel ist unterteilt in ein großes Haupthaus, in dem die Zimmer, die Küche, der Waschraum, die Sanitären Anlagen und ein großer Commonroom untergebracht sind und ein kleines Nebengebäude mit dem Office und einigen wenigen Räumen, die gerade renoviert werden. (Dazu später mehr)
Auf unsere erste Mail Anfrage hat uns dann Tracy die Hostelmanagerin geantwortet, mit der Aussicht auf Jobs hier im Hostel. Die erste Woche hier wohnen wir umsonst, weil Schorsch das Buchungssystem überarbeitet und umprogrammiert und ich bei der Renovierung der Räume helfe. Allerdings wollen wir möglichst bald hier in der Gegend auch Arbeit finden die bezahlt wird.

Tracy und ihr Mann Walter sind zwar sehr nett, aber, so weit wir das einschätzen können, mit der Arbeit die im und um das Hostel anfällt hoffnungslos überfordert. Vielleicht auch weil sie eine etwas fragwürdige Art haben ein Hostel, ohne jeglichen anderen Angestellten, zu leiten. Nebenbei verpflegen sie noch 5 eigene Kinder und die pflegebedürftige Mutter Tracys. Dazu kommt die Arbeitsvermittlung und die Suche nach einem Au Pair, weil sie sich im November eine 4 wöchige Auszeit gönnen wollen.
Das Hostel bzw das Gebäude ist sehr zweckmäßig gehalten. Die Wände sind aus Holz und sehr dünn, überall zieht es und es ist kalt und feucht. (Damit erübrigt sich die Frage nach dem Renovierungsgrund denke ich.) Auch weicht der Boden langsam durch weil das Haus zum Teil auf Stelzen steht, da es in Neuseeland allgemein kaum ebenen Untergrund gibt. Eine Heizung haben wir leider auch nicht und da es immer noch alle Stunde mindestens einmal regnet ist es hier noch nicht sehr gemütlich.

Wir sind also gestern erst einmal los und haben uns mit Schlafsack und Decken ausgestattet. Dazu Arbeitsklamotten in der Hoffnung noch diese Woche besseres Wetter zu bekommen. Denn an „rainy days“ wird hier auf den Orchards nicht gearbeitet, haben uns die anderen Backpackern erzählt. Auch hier hält sich der Eindruck, dass Neuseeland ausschließlich von Deutschen Work and Travellern heimgesucht wird. In der Küche nebenan braten sich grade ein Gruppe Berliner Buletten, im TV laufen deutsche Filme und selbst ein Italiener der sich hier hin verirrt hat, war in Italien auf einer deutschen Schule und spricht fließend deutsch.

Heute früh haben wir uns dann um acht im Office mit Walter getroffen. Später hat Schorsch, nachdem er sich die Vorstellungen Tracys angehört hat und die Zettelwirtschaft des aktuellen „Buchungs- und Vermittlungssystems“ angeschaut hat, ans programmieren gemacht. Ich wurde mit Werkzeug ausgestattet und ins Zimmer nebenan beordert, um das Zimmer zum Streichen vorzubereiten. Ich arbeitete mich also durch mehrere Schichten Farbe, um darunter noch mehr alte Farbe und irgendwann auch das Holz zu finden.

Ehrlich gesagt vibrieren meine Hände immer noch nach mehreren Stunden arbeiten mit dem Schwingschleifer. Am Nachmittag hab ich dann
das Zimmer und alles im Umkreis von zehn Metern unter einer dicken Schicht Staub begraben. Auch Schorsch, der mir Gesellschaft geleistet hat und im Raum nebenan saß (und gearbeitet hat). Grade haben wir uns noch eine große RBV Pfanne (Rice,Beef,Vegatables) gekocht und sind gespannt was die Tage noch auf uns zukommen wird.

Die Kiwi Knörrs

Wir haben uns einmal die Mühe gemacht, auf einer Google Map die Orte zu markieren, an denen wir schon waren. Diese ist natürlich nicht vollständig, aber wir versuchen hier regelmäßig zu markieren, wo wir denn schon überall waren. Auf dass man am Ende nur noch blaue Punkte sieht 😉



View New Zealand in a larger map

Oben rechts im Blogmenü findet ihr eine kleine Version der Karte, von dort kann man jederzeit wieder zur Karte kommen.

So, die erste Woche in Neuseeland ist rum, Zeit für ein kleines Update. In den ersten sieben Tagen haben wir schon viel gesehen, uns gut eingelebt und sind seit gestern stolze Besitzer eines eigenen Autos! Doch, wie kam es dazu? Alles der Reihe nach!

Dienstag haben wir noch mal in Auckland verbracht, die Innenstadt etwas abgelaufen und vor allem, das Internet gesucht. Nach einer Woche haben wir die „guten“ Cafés alle gefunden, die uns neben leckerem koffeinhaltigem Heißgetränk auch noch in die Welt des WWW bringen.

Am Mittwoch hatten wir morgens um 10.30 Uhr einen Termin bei der IRD, der Steuerbehörde. Bevor wir eine Arbeit hier aufnehmen können, brauchen wir eine Steuernummer. Zwei Wochen nach Beantragung wird uns diese zugestellt. Das ist eigentlich auch der Hauptgrund, wieso wir für die ersten zwei Wochen ein Hostel fest gebucht hatten. Damit wir eine feste Adresse haben, an der wir Post empfangen können. Jetzt, nach einer Woche, haben wir schon einen kleinen Auckland-Koller (die Stadt ist tatsächlich nicht groß) und das obwohl wir auch schon viel außerhalb waren. Vielleicht ist es auch schon ein Hostel-Koller? Sehr überrascht hat uns, dass mindestens 80% der Hostelbewohner aus Deutschland kommen. 10% aus Asien und die restlichen Nationen lassen sich an einer Hand abzählen. Also entweder ist Neuseeland voll von Neuseelandreisenden Deutschen oder es liegt an diesem Hostel. Immerhin sind wir ja auch hier.

Dann kam der angenehme Teil des Tages: Wir haben unseren Mietwagen abgeholt. Bei einer Billigmietwagengesellschaft, die sich ausdrücklich an sparsame Kunden richtet. Nicht umsonst hieß auch die Wagenklasse „El Cheapo“. Aber wir hatten keine Probleme (abgesehen von kleineren Schwierigkeiten die richtigen Gänge zu finden und zu treffen) mit dem Wagen. Bei der Rückgabe fragten sie uns, ob es Schwierigkeiten gab und zogen überrascht die Augenbrauen als wir verneinten. Es war ein Kleinwagen, Daihatsu irgendwas, und hatte schon so 210.000km runter, klapperte munter vor sich hin, aber war sonst top.

Mit dem Wagen unterm Hintern rollten wir vom Hof und sind als erstes auf den Mount Eden gefahren. Der Mt Eden ist ein Vulkan, der mitten in Auckland steht. Erloschen? Man weiß das hier wohl nie so genau und keiner will sich festlegen. In den Krater durfte man sowieso nicht, also konnten wir auch nicht nachfühlen, ob’s noch warm ist. Von dort oben hat man aber einen wunderbaren 360 Grad Ausblick auf Auckland und die umliegenden Stadtteile.

Donnerstag sind wir dann auf unseren ersten Tagesausflug. Es ging auf die Coromandel Halbinsel. Wenn man Entfernungen hier in Neuseeland betrachtet und eine 130km Strecke vor sich hat, kann man nicht von 2,5 Stunden ausgehen, wie es in Deutschland ungefähr wäre. Man kann auf vielen Straßen nicht schnell fahren, es gibt viele kurvige Strecken und ein ständiges Bergauf, Bergab ist es auch. Außerdem will man ja auch was von der Landschaft sehen. Aber so waren wir am Anfang eben doch überrascht, wie viel Zeit alles in Anspruch genommen hat.

Landschaftlich erinnert mich Neuseeland definitiv an Irland (das ständige und überall präsente Grün) und Hawaii (der Regenwald). Obwohl eigentlich alle Bäume ein kräftiges Grün tragen, kann man ausmachen, dass es zur Zeit Frühling ist. Einige Bäume haben noch ein ganz helles Grün oder sind am Blühen. Besonders in der Stadt. Genau wie in Sydney wimmelt es hier in Auckland nur so vor Bäumen in der Stadt (sehr praktisch bei dem Wetter hier, gleich dazu mehr). Gibt der größten Stadt Neuseelands ein schönes Flair. Wobei es mehr wie eine Provinzstadt daherkommt. Der Innenstadtbereich hat zwar ein paar Hochhäuser und den großen Turm, aber nach einem Kilometer spätestens befindet man sich in Vororten, in denen die Häuser nicht mal mehr einen zweiten Stock haben, aus Holz sind und große Vorgarten bereit halten.

Schnell noch der Exkurs zum Wetter: Inselwetter! Innerhalb von fünf Minuten kann man Starkregen und strahlenden Sonnenschein erleben. Meist sogar zwei Mal. Es geht fast immer eine richtig steife Brise (spart das frisieren morgen, ist eh bald hin) und eine Regenjacke darf nie fehlen (Schirme sind ebenso nutzlos wie in Irland). Zwei Tage lang hatten wir aber auch richtig Pech mit dem Wetter. Es hat gar nicht aufgehört zu regnen. Da wir aber das Auto hatten, sind wir trotzdem gefahren. Es hat auch was, wenn man sich in den Bergen die Straßen mit den Wolken teilt. Sehr mystisch und gemütlich. Weniger gemütlich allerdings, wenn man aussteigen muss… Aber dafür hat man dann ja Bäume zum Unterstellen.

Der nächste Tag war für einen Ausflug in den Norden vorgesehen. Nach Whangarai. Unser netter Mitbewohner auf dem Zimmer hat uns erzählt, dass man in Neuseeland „Wh“ wie „F“ ausspricht, also „Fangerei“. Dort haben wir richtig noble Häuser auf Berghängen ausgemacht, die bei gutem Wetter bestimmt einen tollen Ausblick aufs Meer haben. Bei größeren Anwesen stehen die Briefkästen übrigens direkt an der Straße. Manchmal steht am Eingang einer Straße sogar eine ganze Reihe an Briefkästen, so brauch die Post nur mit dem Auto ranfahren und einen nach dem anderen befüllen.

Wir sind auch zum Sandy Beach gefahren und haben uns die ein oder andere Bucht angeschaut, aber bei schlechtem Wetter ist eben alles nur halb so beeindruckend. Zwar immer noch beeindruckend, aber .. nicht so wie es heute war (siehe unten).

Am Samstag mussten wir das Auto schon wieder zurückbringen. Abends, bei einem Pint im lokalen Pub, ist uns dann klar geworden, dass man mit öffentlichen Verkehrsmitteln hier nicht wirklich weit kommt. Es gibt zwar ein gut ausgebautes Busnetz, aber die fahren nur in die größeren Orte. Von dort kommt man dann nicht jeden Tag wieder weg und auf eine Farm wird von dort aus auch schwer. Mit einem Taxi auf dem Land kann man auch nicht wirklich rechnen. So haben wir uns die ganze Situation so richtig schön schlecht geredet, bis nur noch eine einzige rettende Alternative übrig blieb: Wir schauen uns nach einem eigenem Auto um!

Ein Auto in Neuseeland zu kaufen und bei Abreise wieder zu verkaufen ist eine tatsächliche Alternative (sagen nicht nur wir, sagt auch der Lonely Planet..). Also haben wir uns auf einschlägigen Websites über das Angebot informiert, wohlwissend, dass wir gerade in der Hochsaison für Autokäufe sind (alle Backpacker kommen an). Gleich das erste Angebot in unserer Preisklasse klang so verlockend, dass es doch einen Haken haben musste!? Ein gut erhaltenes Auto, keine Schwierigkeiten und voll in unserem Budget. „Ach, das ist bestimmt schon weg!“ .. Ein Anruf stellte klar, nein, ist es nicht. Am nächsten Tag haben wir uns mit dem Inhaber verabredet, zur Probefahrt.

Diese Verabredung war ein weiteres Argument für ein eigenes Auto. Obwohl der Verkäufer (also sein Privathaus, es war kein Autohändler) nur 20km weg war, brauchten wir mit den Bussen und Bahnen (und 3km Laufen!) ca 2,5 Stunden. Ebenso mussten wir lernen, dass wenn die Anzeige an der Bushaltestelle sagt, dass der Bus in 1 Minute kommt, diese Minute auch gut und gerne mal 30 Minuten lang sein kann. Nach einem guten Fußmarsch kamen wir an und haben das Auto in Augenschein genommen. Beide sind wir keine KFZ Mechaniker, also haben wir uns eine ausführliche Checkliste zusammengestellt, an Punkten, die wir klären müssen.

Nach einer guten Stunde, in der wir jeden Schalter ausprobierten, in jede Ritze schauten, den Motor abtasteten und auch eine Viertelstunde Probe gefahren sind, hatten wir immer noch nichts gefunden, was gegen das Auto spricht. Es ist handelt sich übrigens um einen Mazda Astina, Baujahr 1990, 158.000km, Benzinmotor und Automatikgetriebe. 1000 Euro sollte er kosten und wir haben uns spontan für den Kauf entschieden. Der Verkäufer machte auch einen sympathischen Eindruck und immerhin wissen wir, wo er wohnt.

Wenn man in Neuseeland ein Auto kauft, muss man zuerst den Inhaber umschreiben lassen. Das geht in jeder Postfiliale und ist für 9 Dollar geschehen. Der Verkäufer muss das Auto seinerseits von sich abmelden. Natürlich braucht man auch eine Autoversicherung, allerdings nur für Schäden an Drittfahrzeugen (und nicht mal die ist Pflicht in Neuseeland, aber wir haben sie natürlich abgeschlossen). Die Registrierung vom Auto kostet pro Jahr 280 Dollar, die sind aber schon bis Januar bezahlt und dann kann man noch ein paar Monate dazukaufen. Ebenso das Äquivalent zum TÜV ist noch bis Dezember gültig (heißt hier WOF, warrant of fitness).

Montag Nachmittag brachte die Familie das Auto, Schlüssel und Geld wechselten Besitzer. Das erste, was unserem neuen Auto bevorstand, war eine Grundreinigung! Geschätzt 22 Jahre hat das Auto so etwas nicht mehr erlebt. Überall war es dreckig. Jetzt strahlt es aber in neuem Glanz und ist bereit für neue Abenteuer!

Heute dann der erste große Test! Eine Fahrt nach Helensville und darüber hinaus, auf eine Halbinsel am Kaipara Harbour. Eine bergige Strecke, ohne Probleme bewältigt! Da das Wetter heute (meist) richtig perfekt war, gab es für uns das erste Mal ein richtiges „Wow“-Gefühl. Wow, was für eine Landschaft! Am Muriwai Beach konnten wir die gesamte Wucht der Tasmanischen See beobachten, riesige Wellen brandeten an die Küste. Auf fast allen Feldern grasen Kühe oder Schafe, teilweise auch Lamas und Rehe. Hühner kann man auch schon mal frei rumlaufen sehen. Sehr idyllisch und Postkartenmotive, wo man nur hinschaut. Das Auto hat bisher absolut nicht enttäuscht, eher weiter überrascht wie gut es fährt. Also bisher haben wir den Haken noch nicht gefunden, wahrscheinlich gibt es ihn also nicht!

Diese Woche bleiben wir noch in Auckland, Warten auf die restliche Post und dann wird es Zeit, dass wir uns eine Arbeit suchen. Wohl auch weil wir noch nicht wirklich arbeiten müssen, fühlt sich alles noch sehr wie ein Urlaub an und die Tatsache, dass wir ja für längere Zeit hier sind, hat sich noch nicht richtig gesetzt. Aber das geht bestimmt viel schneller, als man jetzt noch denkt.

Wenn man nach Neuseeland reisen möchte, dann muss man sich auf eine lange Reise einstellen. Selbst mit Flugzeugen, die über 1000 km/h schnell sind, ist man mind. 27 Stunden unterwegs. Von Flughafen zu Flughafen, plus An- und Abreise von denselbigen. 12 Stunden dauerte der Flug von Frankfurt nach Singapur, dort gab es drei Stunden Aufenthalt, genutzt für eine kleine Mahlzeit und Dusche. Danach noch eine Langstrecke nach Sydney, ca. 7.5 Stunden. Dort leider nur eine knappe Stunde Aufenthalt (gewünscht war mindestens eine Woche) und nach 3 Stunden trudelten wir in Auckland ein. Einreise ging schnell und problemlos, besonders viel los war am Flughafen nicht. Direkt vor der Tür hat der Bus zum Hostel schon auf uns gewartet und einen kleinen Fußmarsch später konnten wir in das Pentlands Backpackers Hostel einchecken. Klein und überschaulich, ruhig und sauber. Etwas kalt allerdings, aber das trifft mit 15 Grad Außentemperatur momentan auf die ganze Stadt zu.

Irland – London – Neuseeland

Nach 1,5 Jahren Irland und zwei Monaten in London zu den Olympischen und den Paralympischen Spielen (Blogeintrag wird hoffentlich nachgereicht) geht es jetzt also tatsächlich auf ans andere Ende der Welt. Australien wäre immer noch der Favorit, aber das Working Holiday Visum bekommt man nur einmal, also warum nicht mal im Nachbarland vorbeischauen? Der erste Eindruck (direkt nach den 27 Stunden Flug vielleicht noch nicht der gründlichste) hat auf jeden Fall schon viele Ähnlichkeiten an den Tag gebracht. Viele Geschäfte die es in Australien gab, gibt es in Neuseeland. Die Innenstadt von Auckland ist quasi eine Kopie der von Sydney (Straßen und sogar Hafenlayout ähneln sich sehr) und die Namen der Viertel und Straßen sind auch fast alle auf beiden Stadtkarten zu finden.

Hafen ist auf jeden Fall ein Pluspunkt. Die Coffeeshops an jeder Ecke auch. Nach einigen Startschwierigkeiten haben wir erfolgreich die Missionen SIM Karte und Bankkonto abschließen können. Steuernummer stellte sich als eine Level 2 Mission heraus, für die man dank vergessener Unterlagen mehr rhetorische Fähigkeiten braucht, die sich hoffentlich nach einer langen Nacht mit viel Schlaf wieder einstellen.

Internet

Unerwartet schwierig. Im Hostel kostet es Geld, drei Dollar die Stunde und dann auch nur auf wenige MB beschränkt. In vielen Cafés gibt es erst gar kein „Free Wifi“ (was ja in Europa eigentlich schon zu einem Café gehört wie die Kaffeemaschine) und in dem einen, wo wir waren, gab es nur 30 Minuten umsonst und ebenfalls volumenbeschränkt. Wir erklären uns das mit der Abgeschiedenheit Neuseelands. Im Handytarif gibt es zwar auch etwas Datenvolumen inbegriffen, aber so lächerlich wenig, dass es sicher nur ein paar Tage (Stunden?) reicht. Das Ganze sehen wir am Besten nicht als „Problem“, vielmehr als „Herausforderung“ oder gleich ganz als „FDH Internet-Diät“. Kann ja nicht schaden, mal nicht immer und überall vernetzt zu sein.

Mt. Eden

So heißt die Gegend, in der unser Hostel zu finden ist. Ein paar Busstationen vom Zentrum entfernt, in einer ruhigen Wohngegend. Viele Holzhäuser gibt es, breite Straßen meist mit vielen Bäumen. Strom gibt es noch von den guten alten Strommasten. Der Mount Eden ragt ein paar Straßen weiter steil in die Höhe, ein erloschener (?) Vulkan, der in den nächsten Tagen von uns genauer inspiziert werden wird.

Den zweiten Tage morgen lassen wir ruhig angehen. Ich versuche auszuloten, ob mein vergessener internationaler Führerschein ein größeres Hindernis werden wird und wir werden die Gegend rund ums Hostel erkunden. Ab Mittwoch haben wir für drei Tage einen Mietwagen, für etwas weitläufigere Erkundungstouren.

Soweit so gut, jetzt wird mal etwas Schlaf nachgeholt und mit Glück wachen wir morgen zu normalen Zeiten auf und verschlafen nicht den ganzen Tag.

Noch kurz zur Zeit: Neuseeland ist Deutschland zur Zeit 10 Stunden voraus. 23 Uhr Freitag Abend ist also 9 Uhr morgens am Samstag in Neuseeland. Aber nur bis zum Uhrenumstellen im Oktober, dann beträgt der Unterschied 12 Stunden.

Einwohner
Zur Zeit wohnen 7.1 Millionen Menschen in London – das sind ungefähr 12% der gesamten Einwohner Großbritanniens.

Vielfalt
Ein Viertel der Menschen, die heute in London leben, wurden nicht in Großbritannien geboren.

Verständigung
Die größte Anzahl gesprochener Sprachen in Europa gibt es in Großbritannien. Allein in London kann man 300 verschiedene Sprachen hören.

U-Bahn
Die Londonder U-Bahn, genannt Tube, war die erste ihrer Art auf der Welt und bleibt eins der weltweit größten Schienen-Systeme.

Bewegung
Jede Woche legen die 409 Rolltreppen der Tube die Strecke von mehreren Trips rund um den Globus zurück.

Bimmel
„Big Ben“ ist nicht der Turm an sich, sondern die Glocke, die oben drin hängt. Der Turm heißt „St. Stephen’s Tower“.

Höhe
Seit Mai 2012 steht mit „The Shard“ (dt. die Scherbe) das größte Gebäude Westeuropas in London. (310 Meter)

Gestern war ich noch einmal kurz in London und mir wurde angeboten, schon mal kurz beim ZDF vorbeizuschauen und quasi „Hallo“ zu sagen. Da ich vor Vorfreude auf die Olympischen Spiele fast schon platze, habe ich das natürlich angenommen. Der Treffpunkt war an einem der Eingänge zum Gelände vom Olympic Park. Ich kam aus dem Stadtteil Hackney Wick, da hält die London Overground Bahn und man braucht ca. 15 Min zu Fuß um dort anzukommen. Nachdem man eine Brücke überquert, geht das Gelände vom Olympic Park los. Auf den ersten Blick sieht das aber nicht aus wie ein Olympic Park, sondern eher wie ein Hochsicherheitsgefängnis. Ein Riesen Metall-Zaun und auf jedem 2. Pfahl ist eine Kamera montiert. Am Ufer vom Kanal haben sich ein paar Soldaten getummelt und als ich am Eingang ankam starrten mich 4 Sicherheitsleute fragend an, wer ich sei, wo ich hin wolle.

Ich wurde abgeholt und musste dann mit meiner Olympic Identity Card zu einem Akkreditierungszentrum gehen, wo diese Karte überprüft wurde und dann in meinen Ausweis umgewandelt wurde. Es kam dann noch die eigentliche Sicherheitskontrolle. So richtig wie im Film: Ausweis wird gescannt, der Monitor zeigt mein Bild an umrahmt von grün, ich durfte also rein. Dann noch einmal Kontrollen wie am Flughafen. Taschen durchleuchten und man selbst durch den Metalldetektor. Ja, doch. Vermittelt stark den Eindruck von Sicherheit.

Jetzt war ich also auf dem Gelände und wurde zum IBC (International Broadcast Center) geführt. Es ist eine große Halle, die auf 4 Ebenen aufgeteilt wurde. Im 3. Stock haben ARD und ZDF ihre Räume. Der vorhandene Platz wurde mit provisorischen Wänden durchzogen, sodass es viele kleine Büros gibt und eben auch ein größeres TV-Studio. Das war auch schon fast fertig, sieht gut aus! Der Bereich von ARD und ZDF wurde auch noch einmal so unterteilt, dass es zwei Ebenen gibt. Die einzelnen Flure haben sogar Namen, aber da brauche ich bestimmt einen Tag um mich zurechtzufinden. Allerdings wurde mir gesagt, dass ich als Fahrer wohl eh die meiste Zeit unterwegs sein werde. Ich bekam noch jede Menge Unterlagen, eine Sicherheitseinweisung und habe schon jede Menge Kollegen kennengelernt. Am 20.7. geht’s dann auch für mich los.

Zurück bin ich dann mit dem Shuttle-Bus nach Stratford gefahren, vorbei am Aquatics-Zetrum und am Olympischen Stadion.

Zwischen dem IBC (TV und Radio) und dem MPC (Main Press Center – alle Print-Journalisten) gibt es eine kleine Straße, die einen Supermarkt, Apotheke, Wäscherei, Post usw. beherbergt. Und natürlich das offizielle Restaurant der Spiele (McDonalds).

Soviel erst einmal, ab dem 20. Juli gibt’s wieder mehr zu erzählen.