Gabis Reisetagebuch Teil 2

Gabis Reisetagebuch 20. Eintrag, Sonntag 24. Februar

Gestern hatte ich den Klapprechner nicht bekommen können, deshalb kam kein Eintrag zustande! Den Vormittag verbrachte ich alleine am Circular Quay, wo die Queen Victoria zur Zeit vor Anker liegt und im Stadtteil „The Rocks“. Das ist der älteste Teil der Stadt, der wegen des felsigen Untergrunds sehr schwer zu bewirtschaften war, eben The Rocks. Ich besuchte das kleine Museum dort, das im Unterschied zum Museum of Sydney am Freitag viel über die Ureinwohner ausstellt und beschreibt. In The Rocks sind viele Häuser noch in ihrer Ursprünglichkeit erhalten und die Gegensätze zu der Skyline im Hintergrund sind beeindruckend. Fotos werden irgendwann nachgeliefert! Am Circular Quay gibt es viele Imbisshäuschen in denen man sein Hüngerchen für gute Dollars noch mehr anregen kann, denn die Portionen haben mehr Aperitiv – denn Sättigungscharakter. Aber einmal wurde ich doch schwach und ließ mir für 4,50$ einen Prawn and Avocadosalad der Kategorie „small“ darreichen. Potzblitz war der aber lecker!!! Ich aß ganz langsam und mit Genuss. Diesen Salat werde ich zuhause unbedingt nachbauen! Der schmeckt ja so was von gut. Die Ingredenzien sind Stangensellerie, Paprika, Avocadostücke und große Krabben in einer Joghurtsoße! Ich glaube, ich muss morgen noch so einen essen um die Feinheiten rauszufinden! Jeden Tag bei trockenem Wetter sind Didgeridoo Bläser am Hafen zu finden. Einer sitzt und spielt Didgeridoo, einer schlägt Rhytmushölzer. Leider ist die schöne Didgeridoo – Musik mit Klängen von elektrischer Musik untermalt, die aus Lautsprecherboxen strömt. Die Männer sind in Schurz gekleidet und an Gesicht, Brust und Bauch weiß bemalt. Es gibt Leute, die sich gegen eine goldene Münze(Ein- oder Zweidollarstück) mit einem der Ureinwohner fotografieren lassen. Es werden auch Cds verkauft. Ich werde mir auf jeden Fall eine Cd mit Didgridooklängen kaufen aber ich möchte keine Synthesiezer darauf hören.
Nachmittags fuhren Schorsch und ich wieder nach Manly. Es war sehr voll dort, auch die Fähre war voll besetzt, denn es war ja Samstag. Mir kommt das Gefühl für die Wochentage abhanden, wenn ich im Urlaub bin. Es herrsche zünftiger Wellengang dass die Fähre magenhebend schaukelte und die Brandung von vielen Surfern zum Wellenreiten genutzt wurde. Schorschi war etwas gestresst von der Arbeit, also setzte er sich in einem ruhigen Cafe´ in einer Seitenstraße ab aber ich stürzte mich ins Getümmel. Es fand eine Art Flohmarkt statt den ich nicht auslassen konnte.:) ( Flöhe gab es dort nicht, eher schon dicke Brummer…)Ich kam mit einem deutsch sprechenden Franzosen aus Paris ins Gespräch, der schon seit 32 Jahren in den Blue Mountains lebt. Er hat sein Glück mit Steinen gemacht. Durch ein Forschungsstipendium kam er nach Adelaide um dann in der Wüste die Erdschichten zu untersuchen und blieb einfach in Australien. Jetzt hat er ein großes Mineraliengeschäft und ist an verschiedenen Universitäten als geologischer Berater tätig. Ich kaufte mir von ihm einen 600 Millionen Jahre alten Zebrastein und ein Stückchen Opal. Wie diese Zebrasteine entstanden sind ist noch nicht ganz erforscht, wie so einiges, was der australische Kontinent zu bieten hat. Man muss auch nicht alles wissen!
Heute war wieder Eisenbahn fahren angesagt. Nach Newcastle. Den beiden Leuten, denen ich es erzählte, meinem Frühstückswirt und meiner Apfelverkäuferin, hoben fragend die Augenbrauen, was wir denn dort wollten. Ja, Superstrände, aber sonst? Es sind dort wirklich herrliche, lange, weiße Strände, tolle Brandung aber sonst? Im Gegensatz zu Sydney ist es sehr verschlafen. Nur am Wasser war was los! In Sydney fand heute das Footballspiel Newcastle gegen Sydney statt. Deshalb was das Städtchen so leer, alle waren in Sydney.. An der einen Strandpromenade jedoch war eine große Videoleinwand aufgebaut und eine Band mit einer Sängerin à Tina Turner sorgte für Stimmung! Sie hatte auch alle Songs von Tina T. und Diana Ross drauf! Das Publikum waren Leute JEDEN Alters. Auf der Tanzfläche aber rockte das Altersheim. Schorsch meinte, ich solle mir einen fidelen Greis grapschen und ihn aufs Parkett zerren aber ich zierte mich zu sehr…! Nach einem schönen Strandwalk und einem Eiskaffee fuhren wir wieder heim nach Sydney, wo uns die Newcastler Footballgewinner empfingen. Der Lokführer schien auch aus Newcastle zu kommen, denn die Pfeife der Lokomotive hupte des Öfteren fröhliche Melodien und mit der Stationsansage wurde der aktuelle Stand des Spieles durchgegeben.
Morgen steht der Besuch im Taronga Zoo auf den Programm. Da kann ich die australischen Tiere kennen lernen, die ich sonst nicht zu Gesicht bekäme. Danach wollen wir noch mal nach „The Rocks“ oder nach Bondi Junction. Mal sehen.
Reisetagebuch 19. Eintrag 22.02.2008

Ein ruhiger Vormittag musste mal sein. Wäsche waschen und dabei auf dem Dach im Schatten sitzen, lesen oder Postkarten schreiben. Auf dem Dach des Montpelier House sind zwei kleine Häuschen von denen eines als Waschkabinett dient. Man braucht für die Bottichwaschmaschine zwei 1 Dollar Stücke und für den Trockner auch. Die Waschmaschine erinnert mich an das Teil, das meine Oma in Hammelbach früher hatte. Ein richtiger Waschzuber wie damals,aber natürlich vollautomatisch. In einer halben Stunde ist alles fertig. Der Trockner dauert auch nicht länger. Nachmittags besuchten wir das Sydney Museum von dem ich etwas mehr erwartete. Aber die Stadt ist ja auch noch nicht alt, da gibt es noch nicht so viel, ausser über deren unaufhaltsames Wachstum, zu berichten. Über die Ureinwohner gab es nicht so viel Information wie ich mir erhofft hatte. Schorsch schlug danach vor in dem Custom House, welches über ein Dachrestaurant verfügt, einen Kaffee trinken zu gehen. In dem Customs House, das jetzt die Sydney Library beherbergt, mussten sich alle Besucher und Einwanderer bis in die 1960er Jahre ihren Stempel für den Pass abholen! Nun ja, Schorsch wollte noch etwas erledigen und ich fuhr schon mal rauf in das Restaurant. Ich wurde sofort, als sich die Aufzugtür öffnete, abgefangen damit ich nicht auf die Idee kam mir womöglich selber einen Platz zu suchen. Ich möchte aber ans Fenster und mein Sohn kommt auch gleich gab ich zu bedenken. Man führte mich zu einem tollen Fensterplatz und legte mir die Karte vor. Bei deren Studium dachte ich über einen geordneten Rückzug nach und fing an, mein Guthaben auf der Bank zusammen zu zählen. Aber siehe, ein Cappucino kostete nur 4$ und ich konnte aufatmen. So teuer wie bei uns etwa. Aber der Blick über den Circular Quay!! Grandios kann ich nur sagen. Apropos Blick über die Stadt. Ich erwähnte noch gar nicht unseren Besuch in der Orbit Bar! Sam hat am Mittwoch Examen geschrieben und meinte, wir sollen abends auf ein Bier ausgehen. Das erste Hochhaus in Sydney wurde 1968 gebaut und es verfügt im 47. Stock über ein Panorama Restaurant bzw. eine Cocktail – Bar die sich dreht. Man kann da also sitzen, seinen Cocktail schlürfen und den Blick über die beleuchtete Stadt schweifen lassen. Der Ausblick kompensiert den verwässerten Geschmack des Cocktails! Im Aufzug flogen uns die Ohren zu!( ja, ich weiß, hier spricht die Landpomeranze…:))
Heute Nachmittag nach dem Kaffee im Customs House machten wir, es wird schon so langsam Gewohnheit, eine kleine Tour mit einer kleinen Fähre zu vielen kleinen Anlegestellen. Sehr hübsche kleine Buchten mit hübschen kleinen und größeren Häuschen. Diese wundervollen Ausblicke vom Wasser aus auf die Stadt und auf die Küste lassen mich immer wieder zu Begeisterungsstürmen hinreißen. Vor allem sehe ich jedes Mal etwas neues, auch wenn ich eine Strecke schon mal gefahren bin.

Ich freue mich schon darauf, wenn alle meine Blasen an den Füßen abgeheilt sind! Das wird ein völlig neues Gehgefühl werden! Das hiesige Blasenpflaster von der Firma Johnson&Johnson ist ganz gut, aber ich hatte noch nie so viele Blasen abzukleben. Ich freue mich auf eine Fußpflege:):) Hier gibt es das auch, aber die, die ich sah machen das alle so öffentlich, man kann von der Straße aus durch die offene Tür zugucken. Selbst auf dem Flohmarkt letzten Sonntag saß eine und schnitt Fußnägel und ein anderer massierte den Nacken der Patienten, also Rundumpflege im Teamwork, sozusagen, könnte man ja mal als Geschäftsidee aufgreifen…:) 🙂 🙂
To be continued

Reisetagebuch 18. Eintrag Donnerstag, 21 Februar

Mit unserem Greenticket(42$ für eine Woche) dürfen wir Bus, Bahn und die Fähre bis in die Vororte (suburbs)benutzen. Gestern fuhren wir mit einer der vielen Fähren nach Manly um den schönen Strand und den geschäftstüchtigen Vorort von Sydney zu bewundern. Baden darf man nur an den ausgewiesenen Stellen, denn die Strömungen sind so stark, selbst im flachen Wasser, dass es sehr gefährlich ist einfach mal ein bißchen zu schwimmen, wie bei uns an der Flensburger Förde. Auch sind verschiedene Quallenarten nicht sehr sympathisch, wie die berüchtigte Blue Bottle, Schorsch hat die Folgen letzthin in seinem Blog beschrieben. Heute Vormittag war ich endlich mal auf eigene Faust unterwegs! Wohin, ja, genau, „The Royal Botanic Garden“ um in aller Ruhe die Flora und Fauna zu genießen. Die markanten Aussichtspunkte des Gartens wiesen eine sehr hohe Population von emsig(noch emsiger als ich) fotografierenden Japanern auf aber ich hatte ein wenig Geduld und schon gehörte die Aussicht mir! Ich saß da und schaute übers Wasser auf die Stadt mit ihren markanten Sehenswürdigkeiten und der sympathischen Skyline und versuchte mir vorzustellen, wie es ursprünglich ausgesehen hatte. Das konnte ich aber nicht. Ich schlenderte weiter bis mir eine Art Raubtiergeruch auffiel, nicht so richtig streng aber, na ja, halt wildtiermäßig. Ausserdem wurde hörte ich lautes Geschnatter, das ich auch nicht identifizieren konnte. Ich guckte nach oben in die Baumkronen und da hingen sie. Scharen von Flying Foxes! Riesige Fledermäuse so groß wie mittlere Katzen. Man sagt, sie seien nachtaktiv, aber es flogen einige herum und es schien als ob sie sich, gemütlich mit dem Kopf nach unten hängend, über Gott und die Welt unterhielten. Sie streckten ihre Fledermausflügel aus (geschätzte Spannweite 50 bis 60 cm) um sich dann wieder sorgfältig darin einzukuscheln. Ich zoomte und fotografierte, konnte mich garnicht satt sehen an den Gesellen. Die Haut der Flügel sieht aus wie ein glänzender Neoprenstoff und die Köpfchen der Tiere ähneln tatsächlich einem Hundegesicht. Sie haben graue Fellgesichter und am Kopf und Rücken rötliche Haare. Sie sehen lieb aus, hängen halt wie unsere Fledermäuse mit dem Kopf nach unten an den Ästen. Während der Dämmerung ist Hauptflugzeit. Ich werde mich noch eingehender über die Grey – headed Flying Foxes informieren.
Am Vormittag sind auch Schulklassen im Park unterwegs. Schuliniform ist in Australien vorgeschrieben. Jede Schule hat ihre eigene, versteht sich. Die Mädels tragen meist Rock(einfarbig dunkelblau oder dunkel kariert, weiße Bluse, Blazer, weiße oder dunkle Kniestrümpfe und derbe Halbschuhe. Manche tragen auch Kleider in der Art wie unsere Schwesternkleider Ende der 60 er Jahre! Die Jungs weißes Hemd, meist Schlips, Shorts bis kurz übers Knie mit Kniestrümpen so wie einst Prinz Charles als er noch Kind war!(obwohl der mit seinen abstehenden Ohren eigentlich genug gestraft war…)und ebenfalls derbe Schuhe. Es mutet alles sonderbar altmodisch an, auch wenn fast alle Jugendlichen Ohrstöpsel mit I-Pods dran tragen.! Beim Sport im Freien sind alle verpflichtet Schlapphüte zu tragen damit sie vor den aggressiven UV – B – Strahlen geschützt sind. Diese altmodischen, knielangen, engen Shorts werden auch von den Offizieren und Offizierinnen getragen, egal ob der Po hineinpasst oder nicht. Die weißen Wadlstrümpfe runden das Bild ab. Ich glaube diese Montur wird vornehmlich von den Marine – Offizieren getragen da die Kleidung weiß ist. Die Polizei ist da fortschrittlicher und sieht auch zünftiger aus. Die Polizisten beiderlei Geschlechts schleppen am Gürtel ein regelrechtes Waffen und sonstige Utensilien -Arsenal mit. Ansonsten sehen sie aus wie Polizisten. Die Kinder und Jugendlichen sind aber in ihrer Freizeit ganz normal gekleidet! Viele Jungs mit den weiten Hintern – hängt – im – Knie – Hosen, und die Mädchen wie überall eben.
Ferner konnte ich heute den „Australien White Ibis“ in Aktion sehen als ich mich mit einer Flasche Wasser(3 $)erfrischte. Am Nachbartisch aß ein Mann einen Salat und las dabei in einem Ordner oder so. Ein Ibis umrundete unauffällig den Tisch dieses Herrn bis er dann, als der Mann sich wieder dem Ordner widmete, den Hals lang machte und zielstrebig mit seinem gebogenen Schnabel die Käsestücke aus dem Salat klaute. Ich lachte als der Mann verdutzt auf seinen dezimierten Salat schaute von dem er wieder eine Gabel voll essen wollte. Er inspizierte den Rest, sah dass der Käse weg war und stellte dem gierigen Vogel auch noch den Rest hin. Der rief seine Kumpels und in kurzer Zeit war der Salat alle. Die Vögel setzten sich zum gemeinsamen Mahl auf den Tisch bis eine Kellnerin kam und sie davon jagte. Da ich die vielen Vögel genauer kennen lernen will, erwarb ich im Garden – Shop eine Broschüre mit Fotos und die dazu gehörigen Vor – und Zunamen der Vögel. Da gibt es so lustige Namen wie „Sacred Kingfisher“, „Grey – crowned Babbler“, „Rainbow – Bee – Eater“ oder Willy Wagtail um nur einige zu nennen!
Am späten Nachmittag unternahmen Schorsch und ich noch eine Fahrt mit der Fähre den Paramatta – River hinauf, soweit unser Ticket Gültigkeit hat. Von Paramatta hörte ich schon in meinen Jugendjahren!(lang ist´s her) Es gab(gibt) einen Film mit Zarah Leander wo sie Anfang des 19. Jahrhunderts, fälschlicher Weise des Betrugs beschuldigt wir und als Strafe die Deportation in das Frauengefängnis von Paramatta erhält. Man hörte sie dann in klagender Weise ein Lied über Paramatta singen und sieht wie sie mit ihren zarten Händen Körbe flicht(oder so…)
Fortsetzung folgt

Reisetagebuch 17. Eintrag Mittwoch 20. 02.2008

Ist schon der 20. Februar? Dann bin ich ja schon fast eine Woche unterwegs. Wir haben es jetzt 5:49 ante meridian(am – vormittags) und ja, ich bin betflüchtig. Ich hatte gestern den ganzen Vormittag mit niedrigem Blutdruck und daraus resultierender Müdigkeit zu kämpfen bis ich endlich dem Wunsch meines Körpers entsprach und eine längere Mittagsstunde machte. Erfrischt und munter fuhren wir mit dem Bus runter zum Circular Quai und liefen um das Opera House in den Royal Botanic Garden. Endlich was für meine Seele! Diese vielen uralten Bäume! Wir wollten eigentlich durch den ganzen Park, zu dem Mrs.Macquarie – Point wandern und dann den Bus, zurück nach Kings Cross, am anderen Ende des Parks nehmen. Das ging aber nicht weil ich freudig von Baum zu Strauch zulief, die Schilder las, fotografierte, die Vögel bewunderte und, wenn sie es zuließen, ebenfalls fotografierte. Ein Kakadu und ein langschnabeliges, hochbeiniges Vogeltier, dessen Name ich noch nicht kenne, stellten sich förmlich in Positur als seien sie es gewöhnt fotografiert zu werden. Überall stehen Schilder, dass man die Vögel nicht füttern soll weil sie sonst aggressiv werden. Die Leute halten sich daran. Diese alten riesigen, alten Bäume, von denen ich sprach, sind keine Magnolien sondern gehören zu einer Ficus – Art. Ich krieg es aber noch genauer raus. Während ich in meiner Begeisterung von Baum zu Baum hüpfte, saß Schorsch auf diversen Bänken und hörte Hörbuch. Hin und wieder warnte er mich, nicht etwa in die Falten der Baumstämme zu greifen weil sich da giftiges Getier aufhalten könnte. Aber das hatte ich sowieso nicht vor. Da wir am späten Nachmittag im Park waren, mussten wir unzähligen Feierabend – Joggern ausweichen, die uns teils mehr, teils weniger heftig schnaufend, auf den asphaltierten Gehwegen überholten. Ich lief sowieso nur auf dem Gras, da dieser Untergrund sehr erholsam für meine Füßchen ist. Das Sportwandern mit Skistöcken, zu undeutsch
„Nordic Walking“ ist hier auf der Südhalbkugel unbekannt! Da bleibt einem das vielstimmige „klack-klack“ das beim Aufprallen der Skistockspitzen auf den geteerten Boden entsteht, erspart.:) Die vielen Ruhebänke werden unterschiedlich genutzt. Die einen, meist Muskelmännlein, machen daran ihre Liegestützen, normale und komplizierte. Die andern nutzen sie zum Schlafen, wieder andere sitzen einfach drauf und gucken übers Wasser, warten auf die Mutter und hören Hörbuch. Um 8 pm (post meridian) wird der Garten für Menschen geschlossen, damit die Tiere wenigstens nachts ihre Ruhe haben. Wir sahen zu, dass man uns nicht einschließt und unternahmen in der Dämmerung noch eine kleine Hafenrundfahrt. Der Mond stand schon hoch im Norden fasst voll (ja, der Mond und die Sonne ziehen hier vom Osten über den Norden in den Westen) die Wolken von der untergehenden Sonne angestrahlt, die beleuchtete Harbour Bridge, die bunte Skyline von Sydney,alles so unbeschreiblich schön, dass es, wie gesagt, nicht zu beschreiben ist. Auch Fotos können die wirkliche Schönheit des Anblicks nur reduziert wiedergeben.
Ein weiteres Ereignis ist erwähnenswert! Ich erstand endlich den ultimativen Hut um mein Haupt vor der Sonne zu schützen. Ein schöner Hut in der Art der Cowboy Hüte aber nicht aus Leder, der wäre mir zu schwer. Und nicht „Made in China“ Viele industriell hergestellten original australische Dinge haben einen Zettel mit Made in China dranhängen!
Unser authentisches thailändisches Nachtmahl zerfranste mir fast die Zunge vor lauter Authenzität, aber trotzdem sehr lecker und vor allem preiswert.

By the way, man kann meine Einträge leider nicht kommentieren, aber ich würde mich über einen Kommentar oder auch Fragen via e-mail sehr freuen!!!!!
gabi.knoerr@gmx.de
Fortsezung folgt
Nachtrag RT 17

So, jetzt weiss ich wie der grosse Baum heisst: Es ist ein Ficus rubiginosa, so genannt, weil die Unterseite der Blaetter rosfarben ist. Der Baum kommt nur an der Ostkueste Australiens vor, besonders in New South Wales und wird auch Ficus Australis genannt. Er wird nicht sehr hoch, hat aber eine riesig ausladende Krone und einen kurios geformten Stamm und ebensolche Aeste. An den Zweigen kann er Luftwurzeln entwickeln was ihm mitunter ein verwegenes Aussehen beschert. Er gilt bei den Ureinwohnern Australiens als heiliger Baum, was ich sehr gut vestehen kann, so geheimnisvoll majestaetisch, wie er da steht. Vielleicht kriege ich auch noch raus, wie alt er werden kann. Sehr alt, schaetze ich! Natuerlich ist die Riesenkrone eines solchen Baumes mit jeder Menge Voegel bevoelkert. Man koennte den Wohnsitz von groesseren Tieren, ja sogar Menschen dort oben vermuten, wenn man die breiten, verwinkelten Aeste sieht. Ideal fuer ein Baumhaus…!Ich habe schoene Fotos gemacht, die ich, wenn es klappt, bald mal zeigen kann.

Reisetagebuch 16. Eintrag 18.02.08 Montag

Wir waren heute so sehr in Schorschs Arbeit eingebunden, dass der Botanische Garten noch ein wenig auf uns warten muss. Nach meinem Frühstück in meinem Stammcafe´(die Wirtin kennt inzwischen schon meine Frühstücksvorlieben und rennt schon zum Entsafter wenn sie mich sieht) traf ich mich mit Schorsch am Woolworth. Er nahm mich mit auf die „Lunchtour“ durch die Industriegebiete. Diese Industrie und Businessviertel unterscheiden sich nicht sehr von den unsrigen. Wenn wir auch manchmal über die vielen Reklameschilder meckern, hier sind es viel, viel mehr, viel größer, viel bunter, mehr Text. Selbst die digitalen Verkehrshinweise werden als Werbung missbraucht. Als wir Schorschs Tour beendeten, konnte ich eines seiner viel gepriesenen Sandwiches kosten. Es schmeckte wirklich sehr gut! Wenn ich auch Schwierigkeiten habe, so ein Riesensandwich unfallfrei zu essen. Anschließend brachten wir einen Studenten von der Uni zu seinem „Homestay“ in einem der Vororte. Schorsch kennt sich in Sydney besser aus als in Dollerupholz und ist in dem, mich noch sehr verwirrenden Linksverkehr, außerordentlich sicher. Wenn ich über die Straße gehe gucke ich immer noch erst nach links, statt nach rechts und so verhalf ich heute einem arglosen Autofahrer dazu seine Reaktion zu testen und auf das Repertoir seiner Schimpfwörter für dumme alte Weiber zurückzugreifen. Auch sonst, wie zum Beispiel auf der Rolltreppe zur U-Bahn stehen links die, die Rolltreppe stehend rauf und runter fahren und rechts hasten die Eiligen vorbei, denen die Treppe zu langsam fährt. Da stand ich heute natürlich auch einmal im Weg, in meiner ganzen Breite.
Auf einer anderen Fahrt zu einem Homestay, kamen wir am Olympic – Park vorbei, der jetzt in ein Nobelwohngebiet umgewandelt ist. Dann führte mich Schorsch zu dem Steinbruch aus dessen Steine Sydney erbaut wurde. Die riesige Grube, die der Abbau hinterlassen hatte, ist jetzt Naturschutzgebiet. Damit die rücksichtslosen Besucher nicht alles zertrampeln, baute man einen 18m hohen, etwa 1 km langen, wie der Name schon sagt, kreisrunden Ringway den man beschreiten und von oben das Biotop bewundern kann. Der Ringway steht auf langen, sicheren Stelzen, ist mit Wänden aus Gittermetal und Glas gesichert, die Innenseite hat eine Brüstung über die man in die Tiefe schauen kann. Jetzt bot mir Schorsch schon mal Natursightseeing und ich konnte es nicht so genießen wie ich wollte. Ich ließ mir von meiner Höhenangst das Vergnügen rauben.(Ich muss die gestrige Aussage über meine Höhenangst revidieren..)Natürlich ging ich den Ringway entlang, hätte mich aber am liebsten an der Hand meines Sohnes gesichert (das ging aber auf keinen Fall…) So hatte ich ständig Panikanfälle nieder zu kämpfen und konnte mich nicht an den Froschpopulationen verschiedener Art erfreuen, die mit Ton aus Lautsprechern und Zeichnungen vorgestellt wurden. Ich dachte, die Angst geht vorbei, wenn ich mich dran gewöhnt habe, doch es trifft wohl nicht auf frei schwebende Ringways zu. Ein Ranger, den wir am Ausgang trafen, erklärte uns dass man dort im Steinbruch Schiefer abgebaut habe, aus dem die Ziegel für den Bau der Stadt bis in die 80er Jahre hergestellt wurden. Auch klärte er uns über die Aufbereitung des Abwassers auf, das dann für Autowaschanlagen, Toilettenspülung und alle sonstigen Anlagen verwendet wird, die keine Trinkwasserqualität erfordern. Auf der Heimfahrt fuhren wir am Moore – Park vorbei. Leider konnten wir nicht verweilen, denn ich hätte mir gerne die alten Bäume, die aussehen wie riesige Magnolien(dem Laub nach zu urteilen) aber mit kurios geformten Baumstämmen, genauer angesehen. (Ich werde aber noch rauskriegen, ob das wirklich Magnolien sind)
Heute nachmittag reservierten wir die Plätze für die Fahrt mit „The Ghan“ von Adelaide nach Alice Springs, die wir am 27. 02. unternehmen werden.
Mal gespannt, was wir morgen machen. Schorschs Arbeit muss ja erledigt werden! Vielleicht mache ich mich auf eigene Faust auf die Socken und erkunde den Botanic Garden. Wir werden uns dann irgendwo treffen.
Begegnung im Badezimmer: Endlich sah ich mal einen der heimlichen Mitbewohner des Montpelier – House! Einen schönen, braungoldenen Käfer! Keine Kakerlake, sondern einen recht großen Käfer. Ich bat ihn zu warten und holte meinen Fotoapparat. Leider war ich ihm suspekt und er ließ mich keine Portraitaufnahme machen sondern fuselte davon. Eigentlich wollte ich ihn vor der, mit Sicherheit folgenden Tötung durch andere Klobenutzer retten, doch ich weiß nicht, ob er eins von den zahlreichen giftverspritzenden Individuen ist, deshalb überließ ich ihn seinem Schicksal. Wahrscheinlich ist er ganz harmlos.
Fortsetzung folgt

Reisetagebuch 15. Eintrag 17.02.08 Sonntag

Hier ist alles ganz ähnlich wie bei uns.
Und doch ganz anders.
Vor allem findet der Tag 10 Stunden eher statt.
Denk ich an Deutschland in der Nacht, bringt mich die Rechnerei um den Schlaf!
Dann sind da die Flip Flops. Die meisten Australischen Füße wandern in Flip Flops umher. Dabei spielt es keine Rolle, ob das, was an den Füßen dranhängt mit Shorts,Jeans, Kleid, Rock, Anzug bekleidet oder total aufgebrezelt ist. Flip Flops an den bloßen Füßen der Leute geben mir Gelegenheit zum Studium der Zehen und Nägel und manche sind für die Podologin eine echte Herausforderung!
Die Dollars in Euro umzurechnen ist kompliziert. Wenn ein Kilo kernlose Weintrauben 2,99$ kosten sind sie erheblich billiger als bei uns. 10 $ sind ungefähr 6 Euro(das Macbook hier hat kein Eurozeichen oder ich finde es nicht)
Gestern standen die Blue Mountains auf Schorschs „Abhaken“Programm. Wir kamen nicht so früh los, wie geplant. Zum einen verschliefen wir beide(aber nur ca 1/2 Stunde) zum anderen war Schorsch noch in seine Aufgaben im Montpelier – House eingebunden. Die Kneipe an der Ecke, wurde ich belehrt, ist keine Kneipe, sondern ein Café in dem man ein gutes Frühstück bekommt und vor allem frischen Gemüse/Fruchtsaft wie bei mir zuhause. Dort durfte ich dann auf Schorsch warten bis er alles geregelt hatte und fing schon mal an, die Ansichtskarten zu schreiben. Auf der Zugfahrt zu den blauen Bergen schrieb ich weiter (auch auf der Fahrt zurück). Nach 2 Stunden Fahrt in Katoomba angekommen, bestiegen wir einen Bus der „Trolley – Tours“ der uns auf einem Rundweg alle wichtigen Aussichtspunkte, Wasserfälle und geschäftstüchtige Dörfchen zeigte. Am Echo Point, an dem man einen guten Blick auf eine Felsformation, genannt „Three Sisters“ hat, konnte ich meine Höhenangst auf die Probe stellen. Ich bin nicht wirklich höhenängstlich, es dauert nur, bis ich mich an den Abgrund gewöhnt habe, dann kann ich furchtlos hinab schauen. Das ging aber auch tief runter! Unten standen die Eukalyptusbäume dicht an dicht und man konnte über dem ganzen Gebiet gut den „Blauen Dunst“ wahrnehmen der durch die ätherischen Öle der Bäume entsteht. Ferner wachsen die großen weißen Lilien wie Unkraut, einige Farne sind so groß wie Bäume, Winden mit riesigen, violetten Blüten überwuchern an manchen Stellen Hecken und Gebüsch. Leider ist meinem Sohn die Botanik ziemlich egal und er konnte meinen Begeisterungsstürmen wenig abgewinnen…
Zurück in Sydney belohnten wir uns mit einem Thailändischen Fastfood, was wirklich sehr lecker schmeckt. Vorgestern, bei Schorschs Lieblings-Inder war es noch leckerer. Wir werden uns so nach und nach durch die Fastfoodketten aller Nationen fressen, so wie ich das sehe. Heute war der Mexikaner dran nachdem wir in China – Town waren, Paddies Market besuchten, den Chinesischen Freundschaftsgarten(6$ Eintritt)enttäuschend fanden, uns bei Schorschs geliebtem Starbucks übers Ohr hauen ließen und eine tolle Fahrt mit der Fähre vom Darling Harbour zum Circular Quai machten. Paddies Market raubte mir den Atem. Es gibt nichts, was es dort nicht gibt! Man kann sich, coram puplico, massieren lassen, die Haare in jede beliebige Art verändern, viele echte, australische Dinge und welche Made in China kaufen. Boomerangs, Didgeridoos, und 1000de unglaubliche Kinkerlitzchen, Hüte in allen Schattierungen, Gemüse, Fisch, Leder, Papier, Flohmarktsachen, Wein, Weib, Gesang, einfach alles gibt es in Paddies Market. Und eine saubere Kloanlage, in denen eine Dauerputzfrau beschäftigt ist.
Vorher, bis in den späten Vormittag, hatte Schorsch einige Airport – Pick – Ups und ich stromerte in Kings Cross herum. Auch hier findet sonntags ein Flohmarkt statt.(Ich kaufte nichts…) Im Woolworth Supermarkt, alle Geschäfte sind in Sydney sonntags offen, schlenderte ich herum, verglich Preise(Hydrogelpflaster sind viel billiger als bei uns…) und kaufte ein paar Dinge wie Weintrauben, Wasser, Zitronenpresse und…Ansichtskarten. Bis Schorsch mit der Arbeit fertig war, saß ich auf der Dachterasse und erledigte Post nach Germany.
Aktuelle Vorkomnisse in Sachen Oberstübchenblockade: Bei einer Rast in den Blue Mountains schälte ich eine Apfelsine mit Hilfe Taschenmessers. Natürlich freihändig, ohne Tisch, nur mit Tempotaschentuch auf dem abschüssigen Schoß. Das klebrige Messer klappte ich nicht zusammen, weil ich es erst säubern wollte und legte es vorsichtig oben auf den offenen Rucksack. Nach der Mahlzeit, Schorsch wollte nichts davon, packten wir zusammen und gingen weiter. Ups, 30 m weiter fasste ich mit der Hand in die rechte Hosentasche. Schock, sie war leer, Messer weg! Lautes Jammern, zurückrennen zur Bank auf der wir saßen, nix. Did you see a opened, red pocketknife, fragte ich die Familie mit den beiden Kleinkindern, sorry, sie didn´t. Na gut, Messer weg, schmerzliche Trauer über den Verlust. Trost von Schorsch, er gibt mir seins, was er sowieso nicht braucht. Er gehört zu den Leuten die kein Pocketknife brauchen. Ich hab aber noch NIE ein Taschenmesser verloren, haderte ich laut greinend, kaum bin ich am anderen Ende der Welt, verliere ich Dinge, die zu mir gehören wie etwa meine Nase…ich habe es IMMER dabei…! Nun gut, die Eindrücke von aussen, ließen mich meinen Hader verdrängen. Später, bei einer Bowl with Milkcoffee, öffnete ich den Rucksack um etwas daraus zu entnehmen und siehe, da lag mein liebes Messerchen, aufgeklappt und klebrig auf der Apfelsinentüte…
Morgen würde ich gerne dem Royal Botanic Garden einen Besuch abstatten.
Fortsetzung folgt.

Freitag, 15. Februar 14.Eintrag
Sydney 22:20

Ja, ich bin in Sydney!!!!!!!!!

Aber vonAnfang an.
Die Fahrt von Dollerupholz nach Darmstadt verlief ruhig und zügig. An die kleinen Panikattacken, die ich jedesmal wenn ich in den Elbtunnel reinfahre niederkämpfen muss, habe ich mich inzwischen gewöhnt. Auf der Werratalbrücke hat mich rechter Hand ein ICE überholt, einen Ministau musste ich erdulden, auf der Gegenfahrbahn war ein spektakulärer Unfall (keine Schwerverletzten!) mit Aufgeboten von allem was die Verkehrswacht zu bieten hat, zu Lande, zu Wasser und in der Luft. In Rodau dann, nachdem mich Jutta und Andreas willkommen geheißen haben, wurde ich bald von einer lähmenden Müdigkeit befallen und unterhielt nach kurzer Zeit meine lieben Gastgeber mit lautem Geschnarche. Der 13. Februar wollte nicht vorbeigehen. Ich saß bei Jutta auf dem schönen, bequemen Leder Ledersofa und las. Kurzfristig ließ ich mich von zwei Frauen, die zu Besuch waren verunsichern bezüglich meiner elektronischen Fahrkarten und des elektronischen Visums. Aber ich fing mich wieder und konnte die Nervosität vor der Reise wieder ausgleichen. Abends geleitete Jutta mich nach Darmstadtin die Kattreinstraße wo mein Auto für die nächsten 3 Wochen seinen seinen Liegeplatz hat. Ja und dann ging es wirklich los! Das bestellte Flughafentaxi war sehr pünktlich. Der Uigurische Taxifahrer lud meinen genialen Koffer ein und fuhr in kürzester Zeit nach FfM zum Rhein – Main Flughafen, Terminal 2. Es war 20 Uhr, ich hatte also noch jede Menge Zeit und dachte, ich sei die erste, die eincheckt! Ha, weit gefehlt! Es waren schon ca 100 Leute vor mir in der Schlange vor Qantas!! Das hätte ich aber nicht gedacht. Geduld, liebe Gabi, Du kommst bald dran, redete ich mit gut zu und es wird auch alles in Ordnung sein, mit Deinen Papieren! So war es dann auch. Und alles ging schnell von statten.Ich war gut vorbereitet und hatte keine verbotenen Dinge dabei. Später, als „boardingzeit“ war hätte es ruhig etwas zügiger gehen können. Überhapt wurde meine Geduld die kommenden 3 Stunden arg strapaziert! Als wir endlich in den Flieger durften, kamen zunächst die von der 1. Klasse, Business Class dran. Dann die Eltern mit Kleinkindern, dann die mit mittleren Kindern, dann die alten und gebrechlichen Leute (da durfte ich auch noch nicht mit) und dann wurden die Sitzeihen im Zehnerpack aufgrufen. Als ich mich in der Sitzreieh 61 Platz A (Fenster) so gut es ging etabliert hatte und meine Flugnachbarn, zwei Jungs aus Tübingen auch, war es 23:30 und der Flieger sollte starten. Wir warteten. Und warteten. Dann kam eine Durchsage auf Englisch. Ich verstand nix und wartete auf die Durchsage in Deutsch. Und wartete. Ich fragte dann meinen Nachbarn, ob er was verstanden hätte. Ja, man würde noch auf einen Passagier warten. Gut. Und gut dass ich so pünktlich war. Dann kam eine erneute Durchsage. Diesmal wurde uns von vereisten Tragflächen kundgetan, sagte der sprachbegabte junge Mann neben mir. Ich sah durchs Fenster so eine Art Wasserwerfer, der die Tragflächen abdampfte. Fein, dachte ich, das geht ja schnell. Wir hatten inzwischen schon eine Stunde Verspätung. Der Dampfwagen verließ uns, und ich frohlockte. Die Motoren liefen, es war stickig, ich saß eingezwängt aber ich musste nicht aufs Klo. Immerhin. Dann hieß es, es müsse nochmal getankt werden. Auch gut, der Sprit soll ja bis Singapur reichen und Leichtsinn ist hier fehl am Platz. Der Tanker fuhr weg, nachdem er 20 Minuten Kerosin in unseren Flieger gepumpt hatte. Ach endlich geht es los, hoffte ich vorsichtig. Die Flugbegleiter labten uns netterweise mit geeistem Wasser und Dauerlächeln. Um zwei Uhr bewegte sich der Flieger und wir rollten, es kam mir sehr zaghaft vor, zur Startbahn! (Startbahn West, kurzer Erinnerungsschub an 1981/82) Aber erst als der Pilot so richtig Gas gab und wir den Bodenkontakt verloren, atmete ich auf. Naja, wir stiegen und stiegen und endlich waren wir so hoch wie wir sollten. Das Personal wurde von hektischer Betriebsamkeit erfasst, es roch nach Essen, mein Platz war unglücklicher Weise vor der Servierküche. Man überreichte uns Speisekarten mit Menüvorschlägen und Mitteilungen,was und wieviel es wann geben sollte. Alles hörte sich spannend an. Um 4 Uhr morgens wurde dann das Nachtmahl serviert! Danach legte man uns schlafen. Man kann ja Filme gucken, wenn man endlich kapiert hat wie die Seitenlehne zu bedienen ist. In der Seitenlehne ist so eine Art Fernbedienung für den Bildschirm und die Kopfhörer. Auch der Personalruf hat einen Knopf. Den habe ich leider aus Versehen gedrückt und verstand gar nicht, was der freundliche Mann von mir wollte, der mich fragte whats the matter ist. Ich konnte etwas schlafen, müde genug war ich. Die Läden der Bullaugen sollten geschlossen bleiben, damit keiner von der aufgehenden Sonne geweckt wurde. Ich hätte lieber aus dem Fenster geguckt, wenn ich schon dort saß. Aber jedesmal, wenn ic h heimlich den Laden ein paar Zentimeter hochschob, auch um Licht zum Lesen zu haben, kam eine von den eifrigen Saftschubserinnen und hieß mich den Laden zu closen. Hmpf. So um 15 Uhr deutscher Zeit gabs Frühstück. Üppig, gute Sachen, vor allem der Obstsalat. Danach bekamn wir einen Beutel Leckerlies. Die Läden durften während des Essens geöffnet sein. Während des Landanflugs nach Singapur, sah ich auf dem Hafen unzählige, längliche, beleuchtete Schifflein, ein toller Anblick! Alle mussten das Flugzeug verlassen und wir, die weiter fliegen wollten, durften zum Wiederbetreten nochmal durch die Kontrolle. Das Handgepäck, das man mitnehmen musste, wurde nochmal geröngt,auch der Reisepass wurde gründlich beäugt, denn man hätte sich während der Flugzeit ja einen Bart wachsen lassen oder sonstige Veränderungen vornehmen können. 🙂 Zügig ging es dann weiter nach Sydney, es gab noch 2 mal Essen, Wasser soviel man wollte. Unsere Fluggeschwindigkeit betrug mitunter 1040km/h!! Als wir über Alice Springs flogen fing ich an, nicht mehr sitzen zu können und begann die Minuten zu zählen. Irgendwann hieß es anschnallen, es geht abwärts. Von Sydney sah man erst mal dicke Wolken. Darunter erhaschte man einen Blick auf die Brücke und schon setzte der Flieger auf. Raus , Zoll, Stempel in den Pass, die Frage nach verbotenen Sachen verneinte ich und wurde, hurra, durchgewunken. Schorsch sandte mir eine SMS um mir zu sagen wo ich auf ihn warten solle. Durch unsere 2 1/2Stunden Verspätung war sein Zeitplan durcheinander gekommen, deshalb konnte er nicht am Ausgang stehen und mich herbei sehnen. Ich löste derweil Traveller – Schecks ein, damit ich mir ein Wasser leisten konnte. Als wir vom Flughafenparkplatz losfuhren konnte ich die Linksfahrkünste meines Sohnes bewundern. Wenn ich hier fahren müsste, würde ich erst mal in einer Gegend üben, in der ausser mir keiner auf der Straße ist…!
1 Stunde nach meiner Ankunft im Montpelier – House unternahmen wir mit dem Bus (zurück mit der Bahn) eine kleine Sightseeing Tour zum Circular Quay. Alle Fotos, die ich bisher gesehen habe, können der Monumentalität der Harbour – Bridge nicht gerecht werden. Man muss sie einfach gesehen haben! Abends unternahmen wir noch eine kleine Fahrt mit dem Firmenauto zum Bondi – Beach und nach North Bondi um die Dämmerung über die Stadt hereinbrechen zu sehen. Ein grandioser Anblick! Gewöhnungsbedürftig ist auch der Mond. Er steht verkehrt herum. Jetzt, bei zunehmendem Mond, ist die obere Hälfte beleuchtet.
Durch die lange Sitzerei im Flieger hatten sich Kreuzschmerzen etabliert und ich war leicht erschöpft. Doch der berühmte Jetlag trat nicht auf. Die, schon beschriebenen, Tabletten haben etwas genutzt. Ich nahm sie auch pünktlich alle ein bis zwei Stunden. Die erste Nacht in Sydney schlief ich tief und fest obwohl die Bewohner hier eine recht laute Abschiedsparty feierten! In der netten Eckkneipe ein Haus weiter, nehmen wir jetzt ein feines Frühstück zu uns und zum Eingewöhnen machen wir gleich eine Zugfahrt in die Blue Mountains! 🙂 🙂 🙂

Reisetagebuch 13.Eintrag 12.Februar

Tja, jetzt isses gleich soweit. Nur noch 1mal schlafen, ins Auto und wech…:-)
Da mein lieber Sohn unbedingt noch 4 schräge Tassen mit Namen, für seine Sandwich – Crew, haben wollte, bin ich noch mal nach Kappeln gefahren um seinem Wunsch zu entsprechen. Mit dem Geschirr in der Tüte, auf dem Weg zum Auto fiel mir ein, dass so eine zusammenklappbare Zahnbürste unbedingt lebensnotwendig wäre und zu den Reiseutensilien hinzugefügt werden müsste. Ich ging in das Geschäft welches diese Faltzahnbürsten führt und erwarb eine. Beim Geld zählen zappelte mein Händi in der Jackentasche los und macht Lärm. Hallo Edith! Ja, wie peinlich ist das denn, ich habe einen meiner Lieblingspatienten vergessen! Ich hatte ihn nicht mehr auf der Reihe und ich hatte es auch nicht in mein Terminbuch eingetragen, dass der liebe Willi heute noch ein nachbarschaftliches Fußdate mit mir hatte! Ja so was Mensch! Ich bin den restlichen Tag in Sack und Asche gegangen obwohl Willi mir verziehen hat. Willi, hier vor allen Lesern, Du bekommst das nächste Mal eine wohltuende Fußmassage dazu!!!
Wie war das noch mit der Oberstübchenblockade? Mit Brunhilde aus Darmstadt unterhielt ich mich letzthin über diverse Zerstreuungsprobleme (wie z. B. ich geh ins Bad um etwas zu holen, weiß aber dort nicht mehr was ich wollte) Und ich gab auch noch großspurig an, ja im Dienst klappt alles, da vergesse ich nie was, wie etwa ein Utensil bei meinen vielen Hausbesuchen. Nein, ein Pflegeutensil war es ja auch nicht, was ich vergaß, es war ein ganzer Patient!!!!! Synapsenschlappe…?kann ich nur sagen!
Aber genug gehadert, was nicht zu ändern ist, nimm fröhlich hin.
:-):-):-)
Jetzt, am Vorabend meiner großen Reise komme ich mir irgendwie leer vor. Alles ist fertig, alle Telefonate erledigt, Rechnungen beglichen(Krankenkasse, au weia, ist das viel…warum jammern die eigentlich?) Mary Lou das Katzenszepter und Uta die Wohnungsfürsorge übergeben, mich von den Nachbarn verabschiedet, der Steuerberaterin zugewinkt, den Kühlschrank abgetaut und ausgewaschen, das Auto gestreichelt, Schorschs Kisten eingeladen, mit Monika geschmust, die Pflanzen getröstet, Michael und Georg angerufen,
die Giottos gegessen, die eine liebe Patientin mir als Reisproviant gab, mindestens hundert Mal meine Reiseunterlagen kontrolliert (das Foto im Reisepass ist nicht schmeichelhaft)
vergessen, was ich grade wollte, mir ein Brot mit Ziegenmünster gemacht, den frisch gezogenen Knoblauch Manuela geschenkt, den Fernseher angemacht und Lee Majors als Colt Seavers angeschmachtet, nicht zum Chinesen nach Glücksburg gefahren(nicht nur ich leide an Synapsenschlappe, auch der, der mit mir Essen gehen wollte => gleich und gleich ist doppeldumm…hihi) und jetzt ist es dunkel draußen.
Gestern war ein sehr schöner Februartag. Wenn nicht schon der ganze Winter ein Frühlingszwitter gewesen wäre, könnte ich sagen ein Vorfrühlingstag, wie gemalt, so schön.
Ich saß sogar draußen, vorm Haus an meinem Gartentisch, vor dem Hochbeet auf dem sich der Feldsalat tummelt. Wenn ich wieder zurückkomme kann ich ihn ernten. Das Gras sah in der Nachmittagssonne so grün und saftig aus, ein, zwei Gänseblümchen zeigten sich und wenn der Wind den Mund hielt, war es, mit Jacke, warm genug zum Sitzen. Mindesten 30 Minuten. In L.A. und Westerholz waren Völkerwanderungen unterwegs, die Strandkioske machten das Geschäft des Jahres! Hier an der Fördestraße liefen die Skistockwanderer in Scharen und alle auf der Überholspur. Viele, viele Autos krochen die Straße entlang und deren Insassen guckten über die blaue Förde rüber nach Dänemark. Es roch gut nach nasser, sonnenbeschienener Erde und alleine die Tatsache, dass die Sonne da war hob die Energie um einiges. Dem sonnigen Tag folgte eine klare Sternennacht, ich guckte mit Maria, unserer guten Ziegenbäuerin, eine Weile in die Sterne. Es glitzerte und funkelte, dass es eine Pracht war. Der Orion im Süden, der große Wagen im Norden, der Polarstern direkt über dem Haus. Die Plejadenmasse im Südwesten sah aus wie ein glitzernder Schwamm. Als ich so gegen 1 Uhr ins Bett ging, hörte ich beim Einschlafen vom Wasser her das Nebelhorn tuten. Ich dachte an den klaren Himmel und überlegte im Halbschlaf, wer wohl für das Nebelhorn verantwortlich ist und wann es sich einschaltet. Heute Morgen war der Nebel so dicht, dass ich den Wald gegenüber nicht sehen konnte. Das Nebelhorn tutet alle 30 Sekunden einen Doppeltuut damit man weiß, dass Nebel herrscht und damit die Schiffe nicht irgendwo anrempeln. Es tutet auch bei Schneefall, wenn die Sicht schlecht ist. Nach einer Weile hört man es nicht mehr, weil das Getute sich so im Unterbewusstsein integriert hat, dass man es nicht mehr wahrnimmt.
Tja, jetzt werden meine lieben Leser eine Weile nichts von mir hören da ich unterwegs bin. Einen Klapprechner, deutsches Wort für Laptop, nenne ich nicht mein Eigen. Vielleicht bald
aber nicht in der nächsten Woche. Ich werde mir jedoch fleissig Notizen machen damit ich auch nix vergesse wie, siehe oben!
Ich freue mich auf die Fahrt zu Jutta nach Darmstadt, bzw. Groß Bieberau, vielleicht besuche ich noch meine liebe Brunhilde, eine der netten Nachtfeen aus der Darmstädter Nachtwachenzeit.
Ich werde die A 7 und dann die A5 in aller Gemütsruhe mit meinem neuen Auto beglücken
und abends mit Jutta bei einem Darmstädter Italiener kilometerlange Spaghetti inhalieren.:-)
Der Smog im Rhein – Main Gebiet wird mich die Vorzüge der klaren Ostseeluft neu zu schätzen wissen lassen.
Ein Flughafentaxifahrer wird mich zum Frankfurter Flughafen, Terminal 2, (Flug QF 6 Sydney, mit Quantas Airlines) bringen. Ich werde mir im Waschraum 60 mg Clexane in die Subcutis meiner Bauchdecke injizieren, die Stützstrümpfe anziehen und alle Prozeduren vorm Abflug freudig über mich ergehen lassen. Alles andere in =>Fortsetzung folgt!

:-):-):-):-):-):-):-):-):-)
:-):-):-):-):-):-):-)
:-):-):-):-):-)
:-):-):-)
🙂

Reisetagebuch 12. Eintrag 9. Februar

Der letzte Arbeitstag ist vorbei! Der erste schon 1a vorbereitet! Alles gewaschen, desinfiziert, sterilisiert, gebügelt, gepackt und zugedeckt. Nur die Desinfektionslösung muss ich noch mixen. Die würde verfallen. Ich bin ganz stolz auf mich. Aber nix ist lästiger, wenn man von einer schönen Reise heimkommt und sich mit dem Müll von vorm Urlaub auseinandersetzen muss.
Ich habe Stützstrümpfe besorgt. Genau wie die Sonnenbrille, ein Novum in meiner Vita. Ich kenn diese Dinger nur von anderen Beinen. Es sind aber bloß Wadlstrümpfe, keine langen. Dazu noch die Clexane – Spritzen und der Thrombose sei entgegen gewirkt. Ferner erwarb ich ein aufblasbares Schlafhörnchen, damit mein Haupt beim Schlafen im Flieger nicht hin und her wackelt und mein Genick keinen Schaden nimmt. Die lange Liste auf der steht, was noch alles zu tun ist, hat schon viele Ab – Haken. Nicht vergessen nachzufragen ob die Abflugzeit noch stimmt, das Flughafentaxi nach Groß Bieberau bestellen, die 3 Umzugskisten für Schorsch vom Boden runter tragen lassen…(ja wen lasse ich denn tragen? Da muss noch einer her!) und schön ins Auto schlichten weil meine Sachen auch noch Platz brauchen:-) Ich glaube nicht, dass ich etwas vergesse! Höchstens etwas, was ich sowieso nicht mitnehmen wollte.
Die Sonnenbrille kam übrigens heute Früh zu ihrem ersten, ernsten Einsatz. Ich fuhr kurz nach Sonnenaufgang nach Kappeln, also eine lange Strecke nach Osten. Die tief stehende Sonne tat ihr bestes und schien hell und freundlich in meine Windschutzscheibe. Ich setzte die neue Brille auf, und siehe, alles wurde dunkel. Nur die Sonne blendete weiter. Bis ich merkte, dass ich direkt in die Sonne starrte. Ich glaube, ich hatte eine kurzfristige Oberstübchenblockade. Wie kann man so blöd sein, in die Sonne zu glotzen? Nach dem Motto, ätsch, liebe Sonne ich hab eine Sonnenbrille…Nun ja. Zumindest bin ich zum Brillenwechsel an den Straßenrand gefahren und habe angehalten. Bis dahin hat die Birne noch funktioniert.
Nachdem die grünen Punkte vor meinen Augen verschwunden waren, konnte ich weiterfahren. Habe dann den Augenkontakt mit der Sonne vermieden. Alles in Allem ist die Sonnenbrille eine gute Anschaffung.
Es ist 23 Uhr, der Schlaf fällt über mich her. Ich bin kein Nachtschwärmer mehr. Ich kann manchmal gar nicht glauben, dass ich so viele Jahre, es waren 16 insgesamt,
Nachtdienst gemacht habe. Ein Andermal kann ich vielleicht darüber philosophieren warum ich mich im Krankenhaus in die Nachtarbeit angesetzt habe, aber jetzt nicht.
Und ausserdem gehört es nur sehr indirekt in ein Reisetagebuch. Gut´s Nächdle
🙂

Reisetagebuch 11. Eintrag Freutag, 08 – 02 – 08

Heute war die Sonnenbrille fertig! Wenn ich sie aufsetze fühle ich mich 10 Jahre älter und sehbehindert weil alles so dunkel ist! Es fehlen nur noch der weiße Stock und die gelbe Armbinde… Es mag wohl daran liegen, dass es keine Sonne hatte als ich sie ausprobierte. Sie ist aber wirklich sehr dunkel. Jedenfalls hat der Optiker sich viel Mühe gegeben, sie genau auf meine unvergleichliche Nase und die Schlappöhrchen
anzupassen, damit sie mich nicht auch noch drückt und plagt.
Morgen ist mein letzter Arbeitstag. Ja, ich arbeite samstags. Nicht zu oft, versteht sich, doch es kommt vor. Einige Besorgungen wollen noch gemacht sein. Der verdammte Schwimmanzug ist immer noch nicht an Land! Vermutlich werde ich, während des Fluges mit der Strickliesl einige Kilometer Strickschnur herstellen. Ob man das zu einem, der Figur schmeichelndem, Badekostüm zusammenwirken kann?
🙂 🙂 🙂
Das Wetter in Sydney wird ab dem 11. Februar schön, wenn es nach der Wetterkarte
geht. Bei uns hier ist es erstaunlicherweise schon seit zwei Tagen trocken. Zwar scheint keine Sonne, das wäre ja auch zu schön, aber es regnet nicht.
Das große Grundstück auf dem das Haus, in dem ich wohne steht, wird von einem alten Buschbestand, hier „Knick“ genannt, umgeben. Jetzt ist dieser Knick auf den Stock gebracht worden. Abgeholzt bis auf ein paar dürre Eschen. Das sieht vielleicht aus. Naggisch, kann ich nur sagen. Natürlich wächst so ein Buschzaun schnell wieder in die Höhe, zunächst sieht es aber mal verboten aus. Es ist aber so, dass diese Sturmbrecher alle 6 bis 15 Jahre abgeholzt werden. Unser Knick war schon über 20 Jahre alt. Das ganze Gehölz liegt noch rum und wartet auf den Schredder bzw. den Holzhacker. Man kann nicht mehr bis zum Komposthaufen vordringen. Ich hoffe sehr, dass die ganze Sache aufgeräumt ist, bis ich wieder komme. Die Abholzung brauchte ich nicht mit zu erleben, da ich ja, gnädigerweise, die ganze Zeit auf Tour war und erst im Dunkeln heimkam. Morgen Nachmittag werde ich mir noch einige lange Eschen – und Haselruten sichern, die ich unter anderem als Rankhilfe für meine Klematis brauche.
Meine Monika versucht grade, sich zwischen die Lehne des ergonomisch ausgeklügelten Bürostuhls, auf dem ich sitze, und meinem Rücken zu quetschen.
Sie ist da ganz schön stur. Ich auch. Sie muss sich sehr dünn und lang machen. Jetzt hängen Hinterbeine und Köpfchen an den Seiten raus und der lang gestreckte Körper wärmt mein Kreuzbein und was dazu gehört. Leider kann ich kein Foto machen weil ich dazu aufstehen müsste. Sieht bestimmt witzig aus. Mal sehen, wie lange sie das aushält.
Bis morgen, vielleicht!
🙂

10. Eintrag Dienstag, 5. Februar

Grade habe ich Schorschs Bericht über seine Kontinentalfahrt gelesen! Faszinierend!
Ich schicke die ausgedruckten Berichte regelmäßig an meinen Vater damit der und Oma Helga sich über auch über die Berichte freuen können. Die Nürnberger Großeltern von Schorsch sind sozusagen im Internet zuhause und können original an der Reise teilnehmen!
Ich dachte, es wird langsam mal Zeit, sich über das Wetter in Sydney zu informieren und so habe ich Wetter-online- Sydney zu meinen Favoriten hinzugefügt. Nun, es hat 21 Grad, ist heiter bis bewölkt, nachts dunkel mit vereinzelt Gewittern! Unbeständig und für die Jahreszeit zu kühl..!
Hm.
Noch nenne ich keinen neuen Badeanzug mein Eigen…! Aber was solls. In einer Woche ist es super schön und dann werden wir ja auch bald mit dem Zug nach Alice Spring und somit eine Woche in der Wüste unterwegs sein. Wahrscheinlich erinnere ich mich sehnsuchtsvoll an den einen oder anderen Topfen Regen wenn es, wie propagiert, dort 40 Grad haben soll! :-):-):-)
Die restlichen Tage hier sind mit jeder Menge Füßen gesegnet und ich bin froh, so viel schon erledigt zu haben.
Jetzt ist es 21Uhr 30 Irgendwie ist es mir momentan zu schwer auszurechnen ob Schorsch schon in Sydney ist oder noch in der Luft. Ich werde mich einfach schlafen legen.
🙂

9. Eintrag Montag, 4. Februar

Nur noch ein Wochenende! Heute in acht Tagen, genau um diese Zeit(22:03) ist mein Autos gesaugt, getankt, geölt, gepudert, gepackt, gestiefelt und gespornt. Das klingt, als wolle ich mit dem Auto nach Down Under fahren aber nur die Ruhe, es geht bloß bis Darmstadt. Dort werde ich meine älteste Freundin Jutta und deren Mann heimsuchen! Mein Auto darf wohlbehütet vor der Casa Rosenkranz stehen bis ich wieder zurückkomme. Rosenkranz ist der Nachname von Jutta. Wir kennen uns seit 1966. (Da hieß sie noch nicht Rosenkranz) Zum Flughafen nach Frankfurt lasse ich mich im Flughafentaxi bringen. Die Flughafentaxifahrer sind glücklicherweise Landpomeranzen, wie mich, gewöhnt und ich werde am richtigen Schalter abgeliefert. Den Koffer brauch mir aber keiner zu schleppen, denn der hat ja Rollen:-)!
Mit Traudel verbrachte ich noch einen schönen Samstag, den wir beim Inder in Gelting mit einem scharfen Essen krönten. Gestern ist sie nun wieder heim, nach Rotenburg gedüst. Sie hatte schönes Wetter auf der Fahrt.
Heute Mittag ca. 13 Uhr, als ich die Füße einer neuen Patientin bearbeitete, jubilierte plötzlich mein Handy und empfing eine SMS von Schorsch. Er war schon in Kalgoorlie, bis nach Perth seien noch 11 Stunden. Mal rechnen, jetzt ist es 22Uhr15 plus 10Std = 8Uhr15 minus 2Std = 6Uhr15 er müsste also in etwa 3 Stunden in Perth eintreffen. Die Patientin war hoch erfreut als ich ihr erzählte von wem und von wo ich diese Nachricht erhielt. Sie hat Verwandte in Adelaide und in Darwin aber sie selber war noch nie in Australien, was sie sehr bedauert. Jetzt sei es zu spät, meint sie, mit 87 Jahren. Na ja, ich werde ihr berichten.
Während ich hier sitze und schreibe, labert der Typ auf der Cd australische Wörter und Sätze. Da ich fleißig Vokabeln gelesen habe, verstehe ich sogar schon einiges!
:-):-):-)

8. Eintrag 2. Februar 2008

So wie ich es mir gestern gewünscht habe, so wurde es heute. (Hätte ich mal eher mit dem Wünschen angefangen…) Die Gastgeschenke für Tiffany und Sam sind sicher im Koffer. Ein geniales Behältnis für meine Adressaufkleber, Postkarten, Briefumschläge, Briefmarken, alles wichtig für die Grüße aus Down Under, wurde auch gefunden. Klein genug um in den Rucksack zu passen, groß genug, alles darin aufzuheben. Traudel hat es entdeckt. Eine flache, Blechschachtel mit Reisverschluss. Hat nicht jeder.
Das mit den Gastgeschenken war gar nicht so einfach. Erst dachte ich an ein Buch über die Ostsee, gibt es ja auch in englisch, oder über das Leben der Wikinger vor 1000 Jahren hier in der Gegend. Jedenfalls was geistreiches, informatives, womit man seinen Horizont erweitern kann. Wer mich kennt weiß, dass ich keinen dumm sterben lassen will und alles was ich weiß, mit Begeisterung weitergebe… 🙂 Doch ich habe aus meinen neuen Büchern erfahren, Klugscheißerei sei in Australien noch weniger beliebt als hier.
Verunsichert fragte ich meinen Sohn was denn wohl das Richtige für meine Gastgeber im Montpelier – House wäre. Wir einigten uns auf diese windschrägen Tassen mit witzigem Seemotiv. In Kappeln gibt es ein Kinkerlitzchen – Laden der diese Tassen verkauft und man bekommt dazu noch den Namen rein graviert. Die Tassen im Koffer hören nun auf die Namen Tiffany und Sam. Bisschen witzkitschig aber harmlos und keinesfalls besserwisserisch.
Das Tief „Resi“ welches uns gestern das elende Wetter bescherte, hat einem latenten Mini – Hoch mit Minustemperaturen Platz gemacht, was uns immerhin mit tückischen, glatten Stellen auf der Straße überraschte. Eben schaue ich raus und siehe, endlich regnet es mal wieder. Also der Wintereinbruch dauerte nur ein paar
Stunden.
Ich hab Heimweh nach Australien!
🙂

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