Gabis Reisetagebuch Teil 1

7. Eintrag 1. Februar 2008

Ach, was freue ich mich auf Down Under!!! Das Wetter hierzulande lässt einen
an den Rand tiefer Depressionen torkeln. Natürlich wurde nichts aus unserer Strandwanderung. Es hat zu doll gestürmt, zu heftig geregnet und es war zu kalt.
Ferner flogen uns Gegenstände um die Ohren die sich irgendwo, irgendwann los gerissen hatten. Mein Auto, berühmt für seine gute Straßenlage, machte nervöse Hüpfer in Richtung Straßengraben. Ein Besuch in Flensburg war von Misserfolgen gekrönt weil wir genau das nicht fanden weswegen wir uns, durch die Wassermassen, dorthin gequält hatten. Ich war auf der Suche nach Gastgeschenken für Schorschs Chefin Tiffany und seinem Kollegen Sam.
Aber Morgen, morgen klappt alles, was wir uns vornehmen!!!:-):-):-)
Unser Abendessen kompensierte allerdings das schauerliche Wetter. Außerdem sind wir dankbar, dass es nicht noch Erdbeben, Schneekatastrophen und Feuerstürme hat.
Auf die Weiterbildung über Australien (natürlich Arte) verzichteten wir, wenn auch schweren Herzens, zugunsten eines Tatorts(NDR) aus Münster. Eine Wiederholung zwar, doch wir kannten diesen Tatort beide noch nicht.
Reisevorbereitungen sind heute nicht weiter gediehen. Lediglich einen neuen Adressaufkleber für eine Ansichtskarte fügte ich zu der, schon beachtlichen Sammlung, hinzu!

6. Eintrag Freitag 1. Februar 2008

Da sitze ich nun um 5 Uhr morgens am Computer und schreibe. Senile Bettflucht, oder was. Ich könnte ausschlafen weil ich erst später los muss. Ich trinke den Kaffee von gestern, er ist grade so, dass man sich nicht den Mund verbrennt.
Traudel hat, so nett wie sie ist, ihre Nähmaschine mitgebracht. Sie wird mir Taschen in die Leinenhose nähen und auch das Kleid(Gabi mit Kleid…) soll Hosentaschen bekommen, denn wohin mit den Händen, wenn sie nix zu tun haben?:-) Gestern Abend saßen wir gemütlich bei Ingwertee zusammen und um das Haus brauste der Sturm. Mitunter bekam ich Angst um unser Dach. Auch sonst ächzte und stöhnte das Haus als ob es gleich den Widerstand gegen den Orkan aufgibt. Das Wetter hatte die ganze Palette zu bieten, Regen, Graupel, Blitz, Donner, fette Hagelkörner. Das Dach hat dieses Mal noch gehalten, jetzt ist zwar noch starker Wind aber auch sternenklarer Himmel bei 5 Grad. Wir wollen heute, unter Anderem, an der Steilküste längs und schauen was sich dort alles getan hat. Natürlich nur, wenn es von oben trocken ist und der Wind moderate Stärken hat.
In meinen Koffer sollte noch mein neuer Badeanzug aber der erwies sich um einige Längen und Breiten zu groß. Doch nicht so weit her mit meinem viel gepriesenen Augenmaß oder es funktioniert nur bei Badeanzügen nicht weil ich den Dehnungseffekt falsch einschätze…! Wenn ich zu bequem bin die Sachen anzuprobieren muss ich halt tauschen gehen. Sonst gab es gestern keine weiteren Reiseaktivitäten.
Ach doch, eine Häkelnadel aus Plastik und eine Strickliesel aus Plexiglas sind dazu gekommen. Ich weiß, es kann nerven mit der Rumreiterei auf meinem Beschäftigungsdrang, ich lebe halt meinen Spieltrieb aus…:-)

Noch eine Bemerkung zu den Eukalyptusbäumen und den Buschfeuern in Australien( wo auch sonst?) Die Samenkapseln der Eukalypten platzen nur bei großer Hitze auf. Ohne Buschfeuer wären die Bäume vorm Aussterben bedroht.
Irgendwie schwer zu glauben, dass ein sonst verheerendes Feuer das Überleben garantiert.
Der Countdown läuft, jetzt sind es nur noch 13 Tage bis zu der Abreise!!!!
:-):-):-)

5. Eintrag Mittwoch, 30. Jänner

In dem Buch „Kulturschock Australien“ gibt es den Hinweis, darauf zu achten, keine Dreckklümpchen an den Schuhsohlen zu haben, wenn man einreist. Also inspizierte ich die schon eingepackten Nikes und Scetchers noch mal aufs Sorgfältigste. Die Scetchers hielten der Prüfung stand, die Nikes trocknen jetzt auf der Heizung. Ich will ja nicht verantwortlich sein, die Terra Australia mit Sporen von Scopolariopsis brevicaulis, Aspergillus Niger und anderen liebenswerten Schimmelpilzen oder gar dem ein oder anderen Körnchen Fördesand zu verunreinigen.
Die vor mir her geschobene Säuberung der Wohnung ist vollbracht. Es klingt vielleicht so, als sei meine Wohnung so ähnlich wie die von den Hempels mit dem Sofa. Das ist aber nicht der Fall. Bei mir ist es recht nett. Aber da ich, wenn ich den ganzen Tag unterwegs bin, abends keine Lust mehr habe Staub zu wischen, ist es notwendig an einem freien Tag für klare Sicht zu sorgen und was rum liegt, an die richtigen Plätze zu räumen.
Grade sah ich bei Arte, eine Dokumentation über die Eukalyptusbäume in Australien. So hab ich das noch nie gesehen…:-) Ihr Holz ist so hart und schwer, dass es im Wasser untergeht wie ein Stein. Die häufigen Buschbrände machen ihnen nichts aus. Sie halten Temperaturen bis über 1000°C aus. Im Gegenteil, unter der harten Rinde keimen die Samen nach einiger Zeit und der ganze Baum ergrünt. Die einzigen Tiere, die die harten und giftigen Blätter der Eukalypten fressen, sind die Koalabären. Die Blätter sind so hart, dass jedes einzelne 16000(!) Mal gekaut werden muss. Man bedenke, 16000 Mal einen Bissen kauen!! (Wir sollen unser Essen 32 Mal kauen, aber wer kaut schon 32 Mal auf einem Hamburger rum…:-)) Da dies so anstrengend für die Koalas ist, müssen sie nach der Mahlzeit 20 Stunden Siesta halten. Der Vollständigkeit halber sei noch hinzu gefügt, dass die Kinderchen der Koalabären einfach die Kotkugeln der Mutter fressen. Mit ihren kleinen Zähnchen können sie die harten Eukalyptusbonbons noch nicht kauen, geschweige denn bis 16000 zählen. Im Kot sind alle Nährstoffe drin, die sie brauchen und auch alle Bakterien, die sie später benötigen um die Blätter zu verdauen.
Ich werde mir die netten Tierchen, die in der Doku zu sehen waren wohl im Zoo in Sydney anschauen müssen. Die Zeit, die ich habe, ist zu kurz um den ganzen Kontinent zu erforschen…?!
Morgen kommt mein liebes Traudelchen. Meine Freundin aus der Krankenpflege-
Schule! Wir kennen uns seit 1969! Vorher bearbeite ich noch einige Füße.
Und der Januar hat morgen seinen letzten Tag für dieses Jahr!!!!!!!!!!!
:-):-):-)

4. Eintrag 29. Januar

Heute habe ich nun endlich eine Sonnenbrille bestellt. Ich habe noch nie eine gehabt bzw. gebraucht! Erst dachte ich an diese Sonnenbrille für die Brille aber
davon ist abzuraten. Das wird zu schwer auf meiner unglaublich schönen, einzigartigen Nase! Der wackere Optiker in Steinbergkirche, der übrigens direkt aus Heilbronn kommt, machte mir das Angebot einer Sonnenbrille mit den vielen Dioptrien, die ich benötige, aber ohne das Plus für die Gleitsicht. Nun ja, ich brauch die Sonnenbrille ja nicht zu Lesen sondern für die Ferne. Das alles für 49€! Ich werde sicher weiterhin Kunde bei dem Heilbronner sein! Vorhin kam die liebe Ellen und brachte mir die bestellten Bücher. Ich hab das gut! Die passende CD, damit auch meine Ohren sich an den australischen Slang gewöhnen können, bekam ich von ihr als Reisegeschenk dazu:-)!
Eigentlich ist mein Koffer schon fertig gepackt! Er ist aber nur etwa zur Hälfte ausgelastet! Das ändert sich jedoch auf der Rückreise. Schorsch hat mir nicht umsonst so ein Riesenteil ans Herz gelegt…!
Das mit dem Hausputz heute, hehe, na ja, aber wenigstens das Bad erstrahlt in neuem Glanze! Morgen aber wird geputzt, dass die Fetzen fliegen. Es ist ja auch die letzte Gelegenheit. Der Besuch bei meinem Hausarzt am Vormittag hat mir die Erkenntnis gebracht von dem einfachen Heparin abzusehen und Clexane zu benutzen, da das ein Heparin mit Depot – Wirkung ist.
Meine Freundin Uta will in meiner Abwesenheit meinen Flur streichen! Ich bin wirklich nur von netten Leuten umgeben. Meine Nachbarin Mary Lou füttert und hegt meine Monika und wässert die Pflanzen, wenn es nötig ist.
Huch, fast vergessen, meine Frankfurter Rundschau muss ich noch abbestellen!
So ein Reisetagebuch ist doch sehr von Nutzen, da fallen mir Dinge ein, die ich sonst vergessen hätte. Vielleicht. Außerdem verlängert so eine Schreiberei den Urlaub automatisch! Das sagte ich schon, oder?
Henning, mein Hausarzt erzählte mir noch eine Sache, die nicht so schön ist, aber ich will sie trotzdem aufschreiben. Eine Abiturientin aus der Gegend hier machte vor 10 Jahren eine Reise nach Australien und verschwand spurlos! Die Eltern waren mehrmals dort und alle Behörden waren natürlich aktiviert aber sie blieb verschwunden. Sie verschwand während eines Besuches in Tasmanien.
Nun, dahin wollen wir diesmal nicht.
Schrecklich Dinge passieren überall auf der Welt. Es geschieht aber auch viel Gutes und dafür bin ich dankbar!
Schorsch hat einen Studienplatz für Jura in Erlangen. Er hat seinen Großeltern in Nürnberg eine Vollmacht gegeben, ihn im Februar an der Uni in Erlangen einzuschreiben da er ja nicht hurtig mal zum Einschreibetermin herkommen kann.
Er freut sich sehr darüber und ich auch.
Jetzt Koffer wieder zu, die neuen Bücher wollen durchgeblättert sein und dann kann ich hoffentlich im Schlaf genug Kräfte sammeln um den Hausputz fröhlich zu bewältigen. Ich sagte heute schon mal zu wem, Motivation ist alles!!!
:-):-):-)

3. Eintrag 28. Januar

Eine neue Patientin erzählte mir heute von ihrem Australienaufenthalt vor
10 Jahren. Sie machte damals eine sechswöchige Rundreise durch den Kontinent, mit einer Reisebusgesellschaft, die unter den Fittichen einer deutschen Reiseführerin stand. Sie fuhren von Sydney nach Darwin, mit Aufenthalt am Great Barrier Reef, von Darwin ein großes Stück die Westküste entlang, dann ab nach Alice Springs, dann Perth, Adelaide und wieder Sydney. Und alles mit einer Busgesellschaft, der man dann auf Gedeih und Verderb ausgeliefert ist. Sie sprach davon dass es sehr schön gewesen sei, bis auf die ständige Sitzerei im Bus, aber auch sehr, sehr anstrengend! Das kann ich mir vorstellen. Sechs Wochen sind natürlich eine lange Zeit aber ich denke schon , dass der Busfahrer seine Reisenden nach jeder Besichtigung scheuchte, um die Zeiten einhalten zu können. Australien ist ja ein kleiner Kontinent aber um ihn zu umrunden und zu durchqueren sind 6 Wochen doch ziemlich kurz.
Wie man sieht, die Australienreise beschäftigt alle, die mit mir zu tun haben. Das finde ich schön. Eine Kollegin schrieb, die Häkelnadel sei sicher nicht erlaubt. Ich schrieb ihr zurück, dass ich eine hölzerne Nadel nehmen werde, Größe 3-4 also nicht so gemein spitz und dass ich noch nicht von Terroristen gehört habe, die den Piloten und die Passagiere mit einer Häkelnadel bedroht haben, noch dazu einer aus Holz.:-):-):-) Eine Freundin aus Sörup rief mich heute an um mir gute Reise zu wünschen, sie wusste nicht genau, wann ich fliege (noch ein Adressaufkleber…). Die Schwester meiner Schwägerin, die ich sehr selten sehe, schrieb mir eine Mail um mir viel Spaß bei den Reisevorbereitungen und einen guten Flug zu wünschen.
Und ich freue mich schon darauf, gleich wieder in dem genialen Reiseführer von dieser Elfie Gillisen zu lesen. Morgen bekomme ich die beiden neuen Bücher. 🙂
Die beiden freien Tage, morgen und übermorgen, werde ich nutzen um meine Wohnung zu säubern. Zum einen kommt Donnerstag meine Freundin Traudel für ein paar Tage, zum andern will ich es schön haben, wenn ich wieder von meiner Reise zurückkomme. Nächste Woche bin ich bis einschließlich Samstag ausgebucht, da ist keine Zeit mehr für Hausputz. Ich muss nur aufpassen, dass ich nicht alles wieder dreckig mache:-)! Aber ich bin ja sowieso fast nur unterwegs.
So Koffer zu und ab aufs Sofa Reiseführer lesen!

2. Eintrag 27. Januar

Die Listen sind angefertigt. Agenda Australien, nenne ich es. „Agenda“ ist ja seit der schröderischen Agenda 2010 ein geflügeltes Wort und klingt viel spannender als einfach nur Liste, was es nämlich bedeutet. Ich habe, wie immer, viel zuviel aufgeschrieben. Es grenzt wieder mal an ein Survival – Paket. Fast hätte ich noch meine handliche Säge oder den Hammer aufgeschrieben. Aber Nähzeug kann doch immer nötig sein…sowie elastische Binden und Blasenpflaster. Gibt es auch in Australien, ich weiß, aber ich hab es vorrätig. Schreibzeug natürlich für die vielen Ansichtskarten und das Reisetagebuch will ja auch geschrieben sein. Vielleicht kann ich das Macbook von Schorsch leihen, wenn die Tastatur nicht zu klein ist und ich noch mehr daneben hau als jetzt schon auf meiner großen Tastatur. Stützstrümpfe und Heparinspritzen müssen noch besorgt werden. Nicht, dass ich etwa zu Thrombosen neige aber sicher ist sicher. 2x 10000 IE s.c. pro Flug dürften angebracht sein. Je dünner der Mensch ist, desto weniger braucht er. Bei einer Bohnenstange reichen 2x 5000 IE, bei einem Klops auch wenn es nur ein kleiner ist, müssen es eben mehr sein:-)
Die Adressaufkleber hab ich heute alle geschrieben. Eins, zwei, viele, viele!
Wer Internet hat bekommt keine Karte, hab ich nun beschlossen. Der bekommt eine e- Mail mit einer schönen Ansicht. Aber so viele haben gar kein Internet.
Bei Ellen Jensen, der netten Bücherkistenfrau, bestellte ich heute, trotz Sonntag, noch zwei Bücher. Einmal „Kulturschock Australien“ von Elfie H.M. Gillisen damit ich mich über, für uns, seltsame Gepflogenheiten seitens der australischen Bevölkerung informieren kann. Ich will mich ja nicht gleich unbeliebt machen indem ich mich unwissentlich daneben benehme und die Gefühle von Jemandem verletze. Das andere Buch ist, wie schon besprochen, das Aussie – Wörterbuch von derselben Autorin.
Ich war heute mit meinen Gedanken schon so in Down Under, dass es mir richtig schwer gefallen ist, Arbeiten im Hier und Jetzt zu verrichten. Zum Beispiel die Vorbereitungen für meine Tour morgen und so doofe Dinge wie „schon wieder Geschirr waschen“? Aber die Tour ist vorbereitet und das Geschirr spül ich nach dem Abendbrot, falls es eins gibt. Jetzt will ich doch mal eben nach den Hochrechnungen gucken….
Nun gut, Hessen hat ausgekocht!:-) Der Koch war bei seiner Rede eben arg angespannt und musste sich dauernd räuspern. Die Y sehr vorsichtig mit ihren Äußerungen obwohl sie den Triumph sichtlich genoss. Sei es ihr gegönnt.
Der Koch hat in letzter Zeit aber auch zu heftige Schoten gerissen. Immerhin,
von der NPD wurde er gelobt dafür, was er als Erfolg für sich gebucht hat.
Zweifelhafter Erfolg. Wenn mich die NPD loben würden, würde ich mich aber sehr schämen. Die Linke hüpft wohl auch über die 5% Hürde. Fein, alles wird anders.
Man kann sich fragen was die Hessen – Politik mit meinem Reisetagebuch zu tun hat. Nichts natürlich. Die Reise findet sowieso statt. Aber heute ist halt Wahl in Hessen und Niedersachsen. Ich komme aus Südhessen und natürlich ist der Ausgang der Wahl dort, für mich von Bedeutung.
So, der Reisekoffer ist für heute geschlossen! So langsam hat mich das Hier und Jetzt wieder eingeholt.
Bis zu nächsten Eintrag

Reisetagebuch 1. Eintrag 26. Januar 2008

…und bald geht die Reise looooos……
Tempus fugit – die Zeit flieht! Jetzt sind es nur noch drei Wochen bis zu meiner Reise nach Sydney. Viele fragen mich ob ich Angst habe, nervös bin oder um meine Gesundheit fürchte. Nichts von alledem. Von selber käme ich gar nicht auf die Idee, Angst zu haben. Ich freue mich wie verrückt, bin vielleicht in meinen Gedanken etwas ungeordnet wegen der Vorbereitungen und über das, was ich alles noch beachten muss, aber Angst gehört nicht zu den Gefühlen die mich belästigen! Meine Patienten gönnen mir die Reise und wegen meiner neuen Selbstständigkeit habe ich keine Bedenken, da gut vorgesorgt ist.
Heute fing ich gar schon an, meinen neuen Koffer zu packen. Dieser Koffer ist eine tolle Errungenschaft! Schorsch hat ihn für mich ausgesucht, im Internet, versteht sich. Das klingt, als ob ich nicht in der Lage sei, mir einen Koffer zu kaufen, wenn der Sohn im fernen Sydney das in die Hand nimmt. Doch er hat ihn nur ausgesucht, mir hat er gefallen, ich habe bestellt und bezahlt. Er hat vier Rollen, ist also kein Trolley sondern er lässt gemütlich neben mir her fahren. Die Größe ist beträchtlich. Meine Garderobe hab ich durch selbst genähte(nicht von mir) Shirts erweitert, heute wurden noch eine Hose und ein Hemd gefärbt. Am Hemd hab ich aus reinem Übermut die Schnurtechnik ausprobiert und es ist nicht mehr langweilig einfarbig, sondern hat nun Batikornamente. Ach ja, 2 Paar Socken haben den Weg in die Farbtrommel gefunden und sind nun maisgelb wie die Hose.
Mein treuer Rucksack wird nicht durch einen neuen ersetzt, zumal ich den Bauchgurt wieder deutlich enger schnallen kann als z.B. vor genau einem Jahr in London. Er hat die richtige Größe und viel Platz. Er geht als Handgepäck.
In meiner Begeisterung habe ich den meisten Patienten Ansichtskarten versprochen. Ich schreibe ja gerne und habe auch schon angefangen Adressaufkleber zu beschriften aber ich glaube das Porto kostet dann soviel wie drei 5 – Gänge Menüs im Landhaus Schütt. Aber was solls, ich kann den Bauchgurt meines Rucksacks ja noch ein paar cm enger schnallen:-)
Ich muss genau überlegen, was in den Rucksack eingepackt werden darf. Den Ärger mit meinem Taschenmesser damals in Stuttgart habe ich nicht vergessen
und ich hoffe, ich tu es diesmal rechtzeitig in den Koffer…
Sicher werde ich die Zahnbürste, das „Theodorant“ und vor allem die Pillen gegen den Jetlag in den Rucksack packen. Die hab ich mir eigens aus der Metropolitan Apotheke im Münchner Flughafen bestellt. Sie sollen mich vor dem allseits gefürchteten Jetlag bewahren. Da von nimmt man alle 1,5 Stunden eine, natürlich nicht, wenn man schläft. Es ist ein Vitaminpräparat, zusammengesetzt aus den Vitaminen, deren Bedarf bei „Flugstress“(den hat man auch wenn man keine Angst vorm Fliegen hat)extrem erhöht ist. Diese Pillen gibt es in Deutschland nur in den Apotheken des Frankfurter und des Münchner Flughafens zu kaufen. Die Telefonnummer der Münchner Apotheke stand im auf der Internetseite von „Jetease“, so heißen die Tabletten. Da meine Zeit in Australien so kurz ist, will ich sie ja nicht mit Tagesmüdigkeit verplempern. Ich weiß, wie das mit dem Jetlag ist, ich hab ja ein Drittel meines Arbeitslebens nachts gearbeitet und die Umstellungen von Nacht auf Tag waren immer von Dauermüdigkeit tagsüber und Superwachphasen nachts, geprägt.
Zu lesen nehme ich natürlich reichlich mit. Mit Filme gucken hab ich es ja nicht so, ganz im Gegensatz zu Schorsch. Das Buch „Englisch für Australien“ werde ich noch erwerben. Mein Englisch ist so eingerostet und mir fehlen so viele Vokabeln
dass ich jetzt schon gefrustet bin. Aber wenn ich dann was höre was ich so eigentlich gar nicht gelernt habe und den Zusammenhang nicht herstellen kann,
auch nicht mit viel Fantasie, komm ich mir verloren vor. Natürlich kann Schorsch
dolmetschen usw. aber es ist schöner wenn ich es selber verstehe. Deshalb das Aussie – Wörterbuch. Natürlich auch ein handlicher Langenscheidt für die restlichen Wörter, die in Oxford und Eaton benutzt werden.:-) Zum Entspannen
gibt es ein paar Krimis. Wenn Häkelnadeln erlaubt sind kann ich ja Topflappen häkeln oder so was damit meine Wurstfingerchen etwas zu tun haben…:-) Irgendwie werden 22 Stunden Flug schon, sinnvoll oder sinnfrei, bewältigt werden. Meine Australienagenda werde ich morgen aufstellen damit ich etwas zum Abhaken habe.
Bis demnächst, wenn die Reisevorbereitungen weiter gediehen sind!

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