Reisen mit dem Zug

Wie schon mal erwaehnt hatte ich fuer meine Zeit in Japan einen Japan Rail Pass – diesen kann man nur ausserhalb von Japan kaufen und muss seinen Reisepass mit einem Touristenvisum vorlegen. Entgegen meiner Erwartungen war es ziemlich einfach sich zurecht zu finden. Die Anzeigen sind eigentlich immer sowohl auf Japanisch als auch auf Englisch. Die Anzeigen wechseln die ganze Zeit und manchmal muss man einfach 10 Sekunden warten, bis die Anzeige umspringt, um zu wissen, dass man hier falsch ist … Ok, Tokyo Station (Zug und U-Bahn vermischt) ist noch mal etwas anderes: ich bin immer den Schildern fuer meinen Zug gefolgt, aber hatte trotzedem das Gefuehl im Kreis zu laufen. Manchmal hat man auch Pech und steht ploetzlich vor so einer Tafel und es zeichnet sich ein großes Fragezeigen im Gesicht ab:

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Lustig zu beobachten im Zug: Immer wenn der Schaffner oder die Getraenke-Lady mit Ihrem Waegelchen kommt wird sich verbeugt. Die Tuer geht auf, die Person geht einen Schritt in den Wagen und verbeugt sich. Beim Rausgehen auch wieder. Auch wenn die Fahrgaeste mit dem Ruecken zum Schaffner sitzen, es wird sich trotzdem verbeugt. Die Sitze in den Zuegen sind drehbar, sodass man immer in Fahrtrichtung faehrt. Oder man kann sich einen Vierersitz basteln. Ich habe mal ein kurzes Video gemach, so sieht eine normale Stadt in Japan aus, wenn man durchfaehrt:

Manchmal sieht man am Bahnhof die Lokfuehrer wie sie auch auf einen Zug warten. Alle tragen Uniformen, aehnlich wie Piloten und immer mit Hut. Bei Schichtwechsel wird sich verbeugt, die Hand zum Gruss an den Kopf, noch mal verbeugt und schon hat der Zug einen neuen Fahrer. Alle gucken staendig auf die Uhr, der Zug muss ja schliesslich puenktlich sein. Er hier wollte auch mal gucken, was gerade so passiert:

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Auf dem Weg von Osaka nach Kyoto, wir fuhren gerade in den Bahnhof ein, ging auf einmal das Licht aus und der Zug kam abrupt zum Stehen (wir fuhren aber sowieso schon langsam). Im ersten Moment ein “Hö?” von meiner Seite. Dann fiel mir ein, dass die Japanischen Schnellzuege eine Vorrichtung haben, dass sie bei einem (drohendem) Erdbeben automatisch abgeschaltet warden. Aber nichts passierte, kein Wackeln, nur Stille. Draussen fingen ein paar Leute aber an zu rennen und zeigten wild auf unseren Zug. Es gab auch eine Durchsage, aber nur auf Japanisch. Leute sprangen auf das leere Gleis neben unseren Zug und kamen auf uns zu. Irgendwann habe ich kurz aufgeschnappt, dass eine Person unter den Zug bekommen ist. Den Rettungsmaßnahmen (Feuerwehr, Sanitäter und Polzei) nach zu urteilen, lebte die Person noch. Nach einer Stunde war dann alles vorbei, der Strom ging wieder an und wir fuhren weiter.

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Achja und wie brav die Leute sich hier fuer den Zug anstellen hatte ich ja auch schon mal erwaehnt, hier noch der Fotobeweis.

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